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Humanoid-Portal

28. September 2026

Humanoide Roboter News im September 2026: Digit 5, Helix 2.5, XPENG IRON und der Einstieg von OpenAI

Humanoide Roboter News September 2026: Digit 5, Figure Helix 2.5, XPENGs IRON-Fertigung, UBTECHs U1 für Privathaushalte, Atlas bei Hyundai und OpenAI.

Reihe weißer und grauer humanoider Roboter am Ende einer Montagelinie in einer hellen Fabrikhalle, im Hintergrund drei Techniker mit Tablets

Bild: KI-Illustration (Higgsfield), erstellt für humanoid-portal.de · KI-generiert, keine reale Fotografie

Humanoide Roboter News aus dem September 2026 lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Die Branche wechselt von Vorführungen zu Fertigungslinien, Auslieferungen und echten Einsatzorten. In diesem Monat hat Agility Robotics den Digit 5 vorgestellt, Figure hat seinen Roboter in 30 fremde Wohnungen geschickt, XPENG hat eine automatisierte Produktionslinie für den IRON eröffnet, UBTECH liefert den U1 an Privathaushalte aus und OpenAI will einen eigenen Humanoiden bauen. Dieser Rückblick ordnet die wichtigsten Meldungen ein und zeigt, was sie für Unternehmen und Interessierte im deutschsprachigen Raum bedeuten.

Das Wichtigste im Überblick

Wer nur eine Minute Zeit hat, findet hier die Kernpunkte. Details und Einordnung folgen in den einzelnen Abschnitten.

Datum (2026)UnternehmenMeldungWarum es zählt
Anfang SeptemberOpenAISam Altman kündigt einen eigenen Humanoiden anDas bekannteste KI-Labor steigt in die Hardware ein
8. SeptemberXPENGAutomatisierte Fertigungslinie für den IRON in GuangzhouÜber 80 Prozent der Kernprozesse laufen automatisiert
9. bis 11. SeptemberBrancheHumanoid Robots Summit in StuttgartEuropas Fachtreffen findet in Deutschland statt
15. SeptemberAgility RoboticsVorstellung von Digit 5Neue Sicherheitsarchitektur für die Arbeit neben Menschen
16. SeptemberUBTECHStart der Auslieferung des UWORLD U1 an PrivatkundenEiner der ersten Humanoiden in echten Wohnungen
17. SeptemberFigureHelix 2.5 in 30 unbekannten Haushalten getestet56 Prozent Erfolgsquote ohne Training vor Ort
21./22. SeptemberBoston DynamicsAtlas-Trainingszentrum bei Hyundai in Georgia voll in BetriebVorbereitung auf den Einsatz in Autofabriken

Dazu kommen Nachwirkungen aus dem August, die den September geprägt haben: der Börsengang von Unitree, neue Marktzahlen für das erste Halbjahr und der 100-Meter-Rekord des chinesischen TianGong Ultra.

Agility Robotics stellt Digit 5 vor

Digit ist einer der wenigen Humanoiden, die bereits seit Jahren in echten Logistikumgebungen arbeiten. Mit der fünften Generation von Agility Robotics Digit, vorgestellt am 15. September, zielt der Hersteller aus Oregon klar auf die Industrie. Laut Agility soll Digit 5 wiederholt Lasten von 22,7 Kilogramm heben, 90 Minuten am Stück arbeiten und sich in neun Minuten wieder aufladen. Wechselbare Greifer erweitern die Zahl der Aufgaben, die der Roboter übernehmen kann.

Die eigentliche Neuerung ist die Sicherheitsarchitektur. Digit 5 erkennt Menschen in seiner Nähe, und eine unabhängige Steuerung löst je nach Lage ein Ausweichen, ein Anhalten oder ein kontrolliertes Hinsetzen aus. Das ist wichtig, weil zweibeinige Roboter beim Not-Halt nicht einfach stehen bleiben können wie ein Industriearm. Ein abrupt abgeschalteter Humanoid fällt um. Agility gibt an, dass in die Entwicklung Erfahrungen aus mehr als 65.000 Betriebsstunden mit Digit 4 eingeflossen sind.

Zeitplan: Ein Early-Access-Programm ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen, die allgemeine Verfügbarkeit bis Ende 2027. Für Betriebe in Deutschland ist Digit 5 damit ein Thema für die Planung, nicht für die Beschaffung in diesem Jahr. Wie ein solcher Einsatz rechtlich vorbereitet wird, beschreibt unser Ratgeber Humanoiden Roboter im Betrieb einsetzen.

Figure Helix 2.5: Hausarbeit in 30 fremden Wohnungen

Figure hat am 17. September 2026 Helix 2.5 vorgestellt, die neueste Version seines Vision-Language-Action-Modells. Solche Modelle verbinden Kamerabild, Sprachanweisung und Bewegungssteuerung in einem neuronalen Netz. Getestet wurde auf dem Figure 03 in 30 Haushalten in der San Francisco Bay Area, in denen vorher keine Trainingsdaten gesammelt worden waren.

Die drei Aufgaben waren alltagsnah: verstreutes Spielzeug in einen Korb räumen, Handtücher falten und ein Bett mit Kissen und Decke machen. Über 420 Versuche meldet Figure 237 vollständig erledigte Aufgaben, also 56 Prozent. Ein sonst identisches Modell ohne Vortraining auf dem firmeneigenen Datensatz Index kam nur auf 9 Prozent.

Was hinter dem Sprung steckt

Index ist ein Datensatz aus Videos menschlichen Verhaltens, den Figure Ende August offiziell vorgestellt hat. Freiwillige filmen mit einer App ihre alltäglichen Handgriffe aus der Ich-Perspektive und werden dafür bezahlt. Figure setzt darauf, dass ein Roboter aus sehr vielen Beispielen menschlicher Tätigkeiten allgemeine Fähigkeiten lernt, ähnlich wie Sprachmodelle aus sehr viel Text.

Einordnung: 56 Prozent sind ein deutlicher Fortschritt, bedeuten aber auch, dass fast jede zweite Aufgabe scheitert. Für einen Haushaltsroboter, den man allein arbeiten lässt, reicht das noch nicht. Der Test zeigt vor allem, dass Verallgemeinerung auf unbekannte Umgebungen messbar besser wird. Wie weit Haushaltsroboter insgesamt sind, haben wir in Humanoide Roboter im Haushalt zusammengefasst.

XPENG IRON läuft vom Band

Der chinesische Elektroautohersteller XPENG hat am 8. September 2026 die Inbetriebnahme seiner Fertigungslinie für den Humanoiden XPENG IRON in Guangzhou gemeldet. Ein fertig montierter IRON lief aus eigener Kraft von der Linie. Nach Angaben des Unternehmens sind mehr als 80 Prozent der Kernprozesse automatisiert. XPENG spricht von der ersten automatisierten Produktionslinie für fortgeschrittene Humanoide weltweit, eine Einstufung, die sich unabhängig kaum prüfen lässt.

Interessant ist der Ansatz: XPENG überträgt Qualitätssysteme aus dem Automobilbau auf die Roboterfertigung. Die Massenproduktion soll bis Ende 2026 anlaufen. Die ersten Geräte gehen zunächst in eigene Verkaufsräume und auf eigene Firmengelände. Verkauf und Auslieferung an Kunden in China und im Ausland plant XPENG erst für 2027.

Damit reiht sich XPENG in eine Gruppe von Autoherstellern ein, die ihre Fertigungskompetenz auf Humanoide übertragen. Das Muster kennt man von Tesla und, auf der Anwenderseite, von Hyundai mit Boston Dynamics. Mehr zu diesem Trend steht in unserem Beitrag zur Serienproduktion humanoider Roboter.

UBTECH liefert den U1 an Privathaushalte aus

Während die meisten Hersteller auf Fabriken und Lager zielen, ist UBTECH mit seiner neuen Konsumentenmarke UWORLD in die Wohnungen gegangen. Am 16. September 2026 begann laut Unternehmen die Auslieferung der U1-Serie an Privatkunden in China. 13.361 Vorbestellungen lagen zu diesem Zeitpunkt vor, der Vorverkauf lief seit Juni unter anderem über JD.com.

Der U1 ist als Begleitroboter gedacht, nicht als Haushaltshilfe für schwere Arbeiten. Es gibt drei Varianten:

VarianteBauformPreis in China
U1 LiteHalbkörper119.800 Yuan
U1 ProGanzkörper169.800 Yuan
U1 UltraHochdynamische Ganzkörperversion, männliche und weibliche Ausführung880.000 bzw. 990.000 Yuan

Für 2026 peilt UBTECH eine Fertigungskapazität von 50.000 Einheiten an. Ob und wann der U1 nach Europa kommt, ist offen. Bekannter ist hierzulande UBTECHs Industrie-Humanoid Walker S2, der in chinesischen Fabriken erprobt wird.

Zum Vergleich: Der 1X NEO aus Norwegen und den USA ist ebenfalls für Privathaushalte 2026 angekündigt. Bis Mitte Juli 2026 war allerdings keine Kundenauslieferung öffentlich belegt. 1X hatte angekündigt, dass manche Kunden ihren NEO in diesem Jahr bekommen und andere später.

Boston Dynamics trainiert Atlas bei Hyundai

Am 21. und 22. September 2026 meldeten Boston Dynamics und Hyundai, dass das Robotics Metaplant Application Center, kurz RMAC, auf dem Gelände des Hyundai Motor Group Metaplant America bei Savannah in Georgia jetzt im Vollbetrieb arbeitet. Ein Pilotbetrieb lief bereits seit Juni.

Dort lernt der Boston Dynamics Atlas Aufgaben aus der Automobilfertigung. Den Anfang machen Teilelogistik und das Bereitstellen von Bauteilen in der richtigen Reihenfolge für die Montage. Bis 2030 soll die Montage von Komponenten dazukommen. Hyundai plant, über die kommenden Jahre 25.000 Atlas-Einheiten in Werken von Hyundai und Kia weltweit einzusetzen. Außerdem plant die Gruppe bis 2028 ein Werk in den USA mit einer Kapazität von 30.000 Robotern pro Jahr. 2027 soll das RMAC in eine rund zehnmal größere Halle umziehen.

Diese Konstellation ist bemerkenswert. Hyundai ist Eigentümer von Boston Dynamics und zugleich der erste Großkunde. Das verschafft Atlas einen Einsatzort mit echten Taktzeiten und Qualitätsanforderungen, was vielen Wettbewerbern noch fehlt.

OpenAI will einen eigenen Humanoiden bauen

Die vielleicht folgenreichste Nachricht des Monats kam ohne Prototyp. Sam Altman bestätigte Anfang September im Podcast „Sources”, dass OpenAI Humanoide und Roboter mit anderen Bauformen entwickeln wird. Zuerst gehe es um Infrastruktur und Fertigung, persönliche Roboter für zu Hause seien ein längerfristiges Ziel. Laut Forbes waren auf der Karriereseite von OpenAI zu diesem Zeitpunkt 19 Stellen im Robotikbereich ausgeschrieben, unter anderem für Aktuatoren, Firmware und Prototypenbau.

Einen Starttermin, eine Stückzahl oder einen Fertigungspartner gibt es nicht. Die Ankündigung ist trotzdem ein Signal: Das Unternehmen hinter ChatGPT hält die Verbindung von KI-Modellen und Roboterkörpern für so wichtig, dass es beides selbst machen will. Figure hatte die frühere Zusammenarbeit mit OpenAI bereits 2025 beendet und entwickelt seine Modelle seitdem allein. Was hinter dem Begriff steckt, erklärt unser Grundlagenartikel zu Physical AI.

Tesla Optimus: Produktion ja, Kundenroboter noch nicht

Beim Tesla Optimus bleibt die Lage gemischt. Tesla hat im Werk Fremont die frühere Fertigung von Model S und Model X umgebaut und dort die ersten Optimus-Linien installiert. Ziel ist nach Unternehmensangaben eine Kapazität von mehr als 1.000 Robotern pro Woche zum Jahresende. Im September berichteten Finanzmedien jedoch über Schwierigkeiten, den Roboter zuverlässig in großer Stückzahl zu bauen. Genannt wurden vor allem die komplexen Hände und Engpässe bei Zulieferern.

Die dritte Generation von Optimus hat Tesla bis Ende September nicht öffentlich gezeigt. Kundenroboter wurden ebenfalls noch nicht ausgeliefert. Elon Musk hatte bereits im Januar 2026 eingeräumt, dass Optimus zu diesem Zeitpunkt noch nicht in nennenswertem Umfang in Tesla-Fabriken arbeitete. Die Hintergründe zum Produktionsstart haben wir in Tesla Optimus: Serienproduktion in Fremont aufgearbeitet.

Neura Robotics: Partnerschaft mit SECO

Aus Deutschland kam im September eine Industrie-Meldung. Neura Robotics aus Metzingen und das italienische Elektronikunternehmen SECO haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. SECO entwickelt und fertigt Rechenmodule für Neuras kognitive Roboter, darunter der Humanoid Neura 4NE1. Die Module basieren auf Qualcomm-Dragonwing-Prozessoren.

Außerdem wollen beide Unternehmen ein sogenanntes Neura Gym in Italien eröffnen, eine Umgebung zum Trainieren von Robotern, und Daten aus echten Industrieeinsätzen sammeln. Die Meldung zeigt, dass auch europäische Hersteller auf eigene Datenkreisläufe setzen, statt nur auf Hardware.

Humanoid Robots Summit in Stuttgart

Vom 9. bis 11. September 2026 fand in der Liederhalle in Stuttgart der Humanoid Robots Summit statt, nach Angaben der Veranstalter die wichtigste Fachkonferenz für humanoide Robotik in Europa. Nach der ausverkauften Ausgabe in Berlin zog das Treffen nach Baden-Württemberg. Angekündigt waren mehr als 1.000 Teilnehmende, 37 Sprecherinnen und Sprecher, unter anderem von Bosch, Boston Dynamics, Google DeepMind, Unitree, PAL Robotics und BMW, sowie über 40 Aussteller.

Für den deutschen Markt ist der Standort ein gutes Zeichen. Stuttgart steht für Automobil- und Zulieferindustrie, also genau die Branche, in der Humanoide zuerst ernsthaft erprobt werden.

Was im August passierte und im September nachwirkte

Drei Ereignisse aus dem Spätsommer haben die Debatte im September weiter bestimmt.

Unitree an der Börse

Unitree Robotics, Hersteller des Unitree G1, ist am 19. August 2026 an Shanghais Technologiebörse STAR Market gestartet. Der Ausgabepreis lag bei 150,80 Yuan je Aktie, was einer Bewertung von rund 9 Milliarden US-Dollar entsprach. Am ersten Handelstag schloss die Aktie rund 460 Prozent über dem Ausgabepreis, zeitweise lag sie fast 630 Prozent im Plus. Die Zeichnungsphase für Privatanleger war tausendfach überzeichnet. Details stehen in unserem Beitrag zum Unitree-Börsengang.

Neue Marktzahlen für das erste Halbjahr

Mehrere Marktforscher haben Ende August Zahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Smart Analytics Global zählt weltweit 19.100 ausgelieferte humanoide Roboter, ein Plus von 272 Prozent gegenüber 5.100 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Counterpoint Research kommt auf mehr als 22.000 Einheiten und fast 300 Prozent Wachstum. Laut Smart Analytics Global hat AgiBot mit 44 Prozent Marktanteil Unitree mit 31 Prozent überholt. Nach derselben Quelle machen industrielle und gewerbliche Anwendungen inzwischen mehr als 70 Prozent der Stückzahlen aus. Counterpoint teilt die Einsatzfelder anders auf und sieht Unterhaltung und Forschung noch vorn, was zeigt, wie stark solche Zahlen von der Abgrenzung abhängen. Eine ausführliche Einordnung bietet unser Artikel Wie viele humanoide Roboter gibt es?.

TianGong Ultra und der 100-Meter-Rekord

Bei den World Humanoid Robot Games in Peking lief der TianGong Ultra des Pekinger Entwicklers X-Humanoid im August die 100 Meter in 8,64 Sekunden. Das liegt unter dem menschlichen Weltrekord von Usain Bolt mit 9,58 Sekunden, auch wenn sich Roboter- und Menschenzeiten nicht direkt vergleichen lassen. Im September berichtete Reuters ausführlich über das Team. Der Entwicklungsleiter sieht die nächste Aufgabe darin, aus spektakulären Leistungen Zuverlässigkeit im Arbeitsalltag zu machen. Das trifft den Kern der gesamten Branche.

Regulierung: Die USA machen die Tür für neue Importe enger

Die US-Telekommunikationsbehörde FCC hat am 28. Juli 2026 ausländisch produzierte fortgeschrittene Roboter auf ihre sogenannte Covered List gesetzt. Betroffen sind mobile Bodenroboter, darunter Humanoide und Vierbeiner, die mehr als 4,4 Pfund wiegen, sich autonom bewegen und über Sensoren und Netzwerkverbindung verfügen. Neue, bisher nicht zugelassene Modelle erhalten ohne Sondergenehmigung keine Gerätezulassung mehr. Klassische Industrieroboter sind weitgehend ausgenommen.

Die Regel nennt keine Firma, trifft aber vor allem chinesische Hersteller. Bereits zugelassene Modelle wie der Unitree G1 bleiben nach Angaben von Fachdiensten in den USA legal. Im September wurde vor allem über die Folgen für künftige Modelle und für die Lieferketten diskutiert. Für Europa gilt diese Regel nicht. Hier greifen die Maschinenverordnung und die KI-Verordnung, die wir in Regeln und Gesetze für humanoide Roboter erklären.

Einordnung: Was der September über den Markt verrät

Wer die Meldungen nebeneinanderlegt, erkennt drei Entwicklungen.

Erstens: Fertigung wird zum Wettbewerbsfaktor. XPENG, Tesla und Hyundai mit Boston Dynamics bauen eigene Linien oder Werke. Wer Humanoide in Stückzahlen herstellen kann, hat einen Vorsprung, der sich nicht mit einer guten Demo aufholen lässt. Die Autoindustrie bringt dafür Erfahrung mit Taktzeiten, Qualitätssicherung und Zuliefernetzen mit.

Zweitens: Daten sind der neue Engpass. Figure mit Index, Neura mit dem geplanten Trainingszentrum in Italien und OpenAI mit seinem KI-Hintergrund setzen alle auf dasselbe Prinzip: Roboter lernen aus großen Mengen realer Beispiele. Die Qualität dieser Daten entscheidet, wie gut ein Humanoid mit unbekannten Situationen klarkommt.

Drittens: Sicherheit rückt nach vorn. Digit 5 bekommt eine eigene Sicherheitsarchitektur, weil Humanoide nur dann neben Menschen arbeiten dürfen, wenn sie sich in kritischen Momenten berechenbar verhalten. Für Europa ist das doppelt wichtig, denn die neue Maschinenverordnung gilt ab dem 20. Januar 2027.

Gleichzeitig bleibt Vorsicht angebracht. Viele Zahlen stammen von den Herstellern selbst. Erfolgsquoten wie die 56 Prozent bei Figure beziehen sich auf klar definierte Aufgaben. Und von angekündigten Produktionskapazitäten bis zu tatsächlich ausgelieferten, produktiv arbeitenden Robotern ist es ein weiter Weg, wie das Beispiel Tesla zeigt.

Was das für Interessenten in Deutschland bedeutet

Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ergibt sich aus dem September ein klares Bild. Industrie-Humanoide wie Digit 5, Atlas oder IRON kommen, aber in nennenswerten Stückzahlen frühestens 2027. Wer sie einsetzen möchte, sollte jetzt mit der Planung beginnen: geeignete Aufgaben identifizieren, Sicherheitskonzepte vorbereiten und Pilotprojekte mit bereits erhältlichen Modellen prüfen. Eine Übersicht über verfügbare Geräte und Preise bietet unser Vergleich humanoider Roboter, die wichtigsten Anbieter stehen in der Übersicht der Hersteller humanoider Roboter.

Für Privatleute ist der Kauf eines alltagstauglichen Haushaltshumanoiden in Deutschland 2026 noch nicht realistisch. Der U1 wird bisher nur in China ausgeliefert, der NEO zunächst in den USA. Wer trotzdem einsteigen will, findet Forschungs- und Entwicklerplattformen wie den Unitree G1. Worauf es beim Kauf ankommt, erklärt unser Ratgeber Humanoide Roboter kaufen.

Ausblick auf Oktober

Für die kommenden Wochen lohnt ein Blick auf einige offene Punkte. Tesla könnte die dritte Optimus-Generation zeigen, die seit Monaten erwartet wird. Bei XPENG stellt sich die Frage, wie schnell die neue Linie in Richtung Massenproduktion hochfährt. UBTECH wird zeigen müssen, wie der U1 im Alltag der ersten Kundinnen und Kunden ankommt. Und bei OpenAI bleibt spannend, ob auf die Ankündigung bald konkrete Partner oder Prototypen folgen. Die wichtigsten Entwicklungen fassen wir wie gewohnt hier auf humanoid-portal.de zusammen.

Häufige Fragen

Was waren die wichtigsten Nachrichten zu humanoiden Robotern im September 2026?+

Agility Robotics stellte mit Digit 5 einen neuen Industrie-Humanoiden vor, Figure zeigte mit Helix 2.5 Hausarbeit in 30 fremden Wohnungen, XPENG nahm in Guangzhou eine weitgehend automatisierte Fertigungslinie für den IRON in Betrieb, UBTECH begann am 16. September mit der Auslieferung des U1 an Privathaushalte, Boston Dynamics eröffnete ein Atlas-Trainingszentrum bei Hyundai in Georgia und OpenAI-Chef Sam Altman kündigte an, dass OpenAI einen eigenen Humanoiden bauen wird.

Kann man Agility Digit 5 schon kaufen?+

Noch nicht. Agility hat Digit 5 im September 2026 vorgestellt. Ein Early-Access-Programm ist für das erste Halbjahr 2027 geplant, die allgemeine Verfügbarkeit bis Ende 2027. Digit wird vor allem an Logistik- und Industrieunternehmen vermarktet, nicht an Privatkunden.

Welcher humanoide Roboter wird im September 2026 an Privatkunden ausgeliefert?+

Der UWORLD U1 von UBTECH. Die Auslieferung begann laut Hersteller am 16. September 2026 in China, bei 13.361 Vorbestellungen. Die Preise reichen von 119.800 Yuan für die Halbkörper-Version U1 Lite bis 990.000 Yuan für die U1 Ultra. Der 1X NEO ist ebenfalls für 2026 angekündigt, eine verifizierte Kundenauslieferung war bis zum Sommer aber nicht belegt.

Baut OpenAI einen humanoiden Roboter?+

Ja, nach Aussage von Sam Altman im September 2026. OpenAI plant Humanoide und Roboter mit anderen Bauformen. Einen Termin, eine Stückzahl oder einen Fertigungspartner hat OpenAI bisher nicht genannt. Laut Forbes waren zu diesem Zeitpunkt 19 Robotik-Stellen auf der OpenAI-Karriereseite ausgeschrieben.

Wie viele humanoide Roboter wurden im ersten Halbjahr 2026 ausgeliefert?+

Je nach Marktforscher zwischen gut 19.000 und über 22.000 Einheiten weltweit. Smart Analytics Global nennt 19.100 Stück und ein Plus von 272 Prozent zum Vorjahr, Counterpoint Research über 22.000 Stück und fast 300 Prozent Wachstum. Chinesische Hersteller stellen den weitaus größten Teil, AgiBot liegt vor Unitree an der Spitze.