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Humanoid-Portal

14. September 2026

Wie viele humanoide Roboter gibt es? Die Zahlen für 2026

Wie viele humanoide Roboter gibt es 2026? Rund 19.100 Auslieferungen im ersten Halbjahr, 97 Prozent aus China, dazu die Prognosen bis 2035 im Faktencheck.

Humanoider Roboter und vierbeiniger Roboter auf einer Ausstellungsfläche der Japan Mobility Show 2025

Bild: RuinDig/Yuki Uchida, Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit rund 19.100 humanoide Roboter ausgeliefert. Das ist die zentrale Zahl, wenn jemand wissen will, wie viele dieser Maschinen es gibt, und sie stammt aus einer Erhebung des Marktforschers Smart Analytics Global, über die im August 2026 unter anderem Bloomberg berichtete. Gegenüber den etwa 5.100 Einheiten im ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Zuwachs von 272 Prozent.

Die Zahl klingt nach einem Durchbruch und ist zugleich erstaunlich klein. 19.100 Stück, das ist weniger, als ein mittleres Automobilwerk in zwei Wochen produziert. Wer verstehen will, wo die Branche wirklich steht, muss beide Perspektiven zusammenbringen: das enorme Wachstum und die absolute Winzigkeit der Basis, von der aus es stattfindet.

Dieser Artikel sammelt alle belastbaren Zahlen zur Verbreitung humanoider Roboter, ordnet sie ein und zeigt, wo die verbreiteten Angaben auseinandergehen oder schlicht auf Schätzungen beruhen.

Warum es keine exakte Gesamtzahl gibt

Für Industrieroboter führt die International Federation of Robotics eine jährliche Bestandsstatistik. Für humanoide Roboter existiert nichts Vergleichbares. Es gibt kein Register, keine Zulassungspflicht und keine Meldestelle, die erfassen würde, wie viele dieser Maschinen in Betrieb sind.

Was stattdessen existiert, sind Auslieferungszahlen. Marktforscher zählen, wie viele Geräte die Hersteller in einem Zeitraum an Kunden übergeben haben. Diese Zahl ist nachprüfbarer als ein geschätzter Bestand, hat aber drei Schwächen. Erstens erfasst sie keine Geräte, die ein Hersteller selbst nutzt, statt sie zu verkaufen. Zweitens verrät sie nicht, wie viele der ausgelieferten Roboter noch laufen. Und drittens hängt alles an der Frage, was überhaupt als humanoider Roboter zählt.

Diese Definitionsfrage ist keine Haarspalterei. AgiBot verkauft neben zweibeinigen Modellen auch eine G-Serie auf Rädern. Zählt ein Roboter mit menschenähnlichem Oberkörper, zwei Armen, Kopf, aber Radfahrgestell als humanoid? Die meisten Marktforscher sagen ja, weil die Bauform für den Einsatzzweck zweitrangig ist. Wer nur zweibeinige Geräte zählt, kommt auf deutlich kleinere Zahlen. Beim Vergleich zweier Studien lohnt deshalb immer der Blick darauf, was sie überhaupt gezählt haben.

Für den Bestand lässt sich aus den Auslieferungen eine Größenordnung ableiten. Rechnet man das erste Halbjahr 2026 mit 19.100 Einheiten, das Gesamtjahr 2025 mit etwa 16.000 bis 20.000 und die Jahre davor mit wenigen Tausend zusammen, landet man weltweit bei grob 40.000 bis 50.000 jemals ausgelieferten humanoiden Robotern. Das ist eine Hochrechnung, keine Messung, und sie sollte entsprechend vorsichtig verwendet werden.

Wie groß die Unsicherheit selbst bei den gemessenen Zahlen ist, zeigt ein Quellenvergleich. Counterpoint Research kommt für dasselbe erste Halbjahr 2026 auf über 22.000 Einheiten statt 19.100, für AgiBot auf 9.700 statt 8.400. Die Abweichung von rund 15 Prozent geht nicht auf Rechenfehler zurück, sondern auf unterschiedliche Abgrenzungen, welche Geräte als humanoid gelten und wann eine Auslieferung als erfolgt gilt. Dieser Artikel stützt sich durchgängig auf die Zahlen von Smart Analytics Global, damit die Einzelwerte zueinander passen.

Die Auslieferungen im ersten Halbjahr 2026

KennzahlWert 1. Halbjahr 2026Vorjahreszeitraum
Auslieferungen weltweitca. 19.100 Stückca. 5.100 Stück
Veränderung zum Vorjahr+272 Prozentkeine Angabe
Anteil chinesischer Herstellerca. 97 Prozentkeine Angabe
Anteil chinesischer Kunden an der Nachfrageüber 85 Prozentkeine Angabe
Anteil industrieller und gewerblicher Anwendungenüber 70 Prozentca. 50 Prozent

Die letzte Zeile dieser Tabelle ist die inhaltlich interessanteste. Noch vor einem Jahr ging etwa die Hälfte aller humanoiden Roboter an Forschungseinrichtungen, Universitäten, Entwicklungsabteilungen und in die Unterhaltungsbranche. Inzwischen gehen mehr als sieben von zehn Geräten in industrielle oder gewerbliche Anwendungen.

Damit verschiebt sich der Charakter des Markts. Wer einen Roboter für die Forschung kauft, kauft ein Studienobjekt und erwartet keinen Ertrag. Wer ihn in eine Fertigungslinie stellt, erwartet Verfügbarkeit, Wartbarkeit und eine Amortisation. Der zweite Kundentyp ist anspruchsvoller, aber er kauft nach, wenn das Gerät sich bewährt. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Hype und einem Markt.

Wer liefert die meisten Roboter aus

HerstellerAuslieferungen 1. HJ 2026WeltmarktanteilVeränderung zum Vorjahr
AgiBot (Shanghai)ca. 8.400 Stückca. 44 Prozent+562 Prozent
Unitree (Hangzhou)ca. 5.900 Stückca. 31 Prozent+170 Prozent
Übrige Anbieter zusammenca. 4.800 Stückca. 25 Prozentkeine Angabe

AgiBot hat im ersten Halbjahr 2026 die Führung übernommen und damit Unitree von Platz eins verdrängt. Das Unternehmen verdankt den Sprung vor allem seiner Produktbreite: Es verkauft die zweibeinige A-Serie in voller Körpergröße, eine kleinere X-Serie und die erwähnte G-Serie auf Rädern. Wer drei Bauformen im Programm hat, bedient drei Kundengruppen. Bereits Ende März 2026 hatte AgiBot nach eigenen Angaben den zehntausendsten Roboter gefertigt, gerechnet über alle Baureihen und Jahre. Vom Band gelaufen heißt dabei nicht ausgeliefert, die beiden Zahlen sollte man nicht verwechseln.

Unitree wächst langsamer, aber von einer anderen Ausgangslage aus. Der G1 ist mit einem Einstiegspreis im niedrigen fünfstelligen Bereich das mit Abstand günstigste ernstzunehmende Gerät am Markt und hat dadurch eine große Zahl von Forschungs- und Entwicklerkunden gewonnen. Im August 2026 ging das Unternehmen an der Shanghaier STAR-Market-Börse an den Start, als erster reiner Humanoid-Hersteller Festlandchinas.

Bemerkenswert ist, wer in dieser Tabelle nicht auftaucht. Tesla und Figure, die beiden westlichen Firmen mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit, erscheinen in der Auslieferungsstatistik praktisch nicht. Das liegt nicht daran, dass sie nichts bauen, sondern daran, dass sie nicht verkaufen.

Der westliche Sonderfall: gebaut, aber nicht ausgeliefert

Tesla Optimus ist dafür das klarste Beispiel. Nach Schätzungen des Analysehauses Axis Intelligence standen Mitte 2026 etwa 1.000 bis 1.200 Optimus-Einheiten in Fremont und in der Gigafactory Texas. Tesla hat diese Zahl nie bestätigt, und sie sollte deshalb als Größenordnung gelesen werden, nicht als Messwert. Gesichert ist dagegen, dass das Unternehmen bis zum Sommer 2026 keine externen Verkäufe gemeldet hat. Elon Musk beschrieb die Geräte in der Telefonkonferenz zum vierten Quartal 2025 als überwiegend für Lernzwecke und Datenerfassung im Einsatz, nicht für produktive Aufgaben.

Im Aktionärsbrief vom 22. Juli 2026 hieß es, die Fertigungslinien für Optimus würden noch installiert, mit Produktionsbeginn im weiteren Jahresverlauf. Der ursprünglich für Ende Juli genannte Termin war da bereits verschoben. Wer die Geschichte des Programms verfolgt, kennt dieses Muster.

Bei Figure sieht es ähnlich aus. Das Unternehmen meldete im Juli 2026 den tausendsten in der eigenen Fertigung gebauten Figure 03 und setzt die Geräte nach Unternehmensangaben in Industrieeinsätzen ein, unter anderem bei BMW in Spartanburg für die Teilesequenzierung. Figure vermarktet seine Roboter nach eigener Darstellung als Dienstleistung statt als Einzelverkauf, die Konditionen der BMW-Kooperation hat das Unternehmen allerdings nicht offengelegt. In einer Auslieferungsstatistik taucht ein so betriebener Roboter nicht auf, obwohl er jeden Tag arbeitet.

Daraus folgt eine Einsicht, die man im Kopf behalten sollte: Die 97 Prozent chinesischer Marktanteil beschreiben, wer Roboter verkauft, nicht zwangsläufig, wer die besten baut. Die Zahl ist trotzdem aussagekräftig, denn nur wer verkauft, lernt von zahlenden Kunden, deckt seine Kosten und skaliert die Fertigung. Aber sie misst Kommerzialisierung, nicht Technik.

Deutschland und Europa in Zahlen

Für Deutschland gibt es keine Bestandsstatistik. Neura Robotics aus Metzingen hat im Juni 2026 mit der Auslieferung des 4NE-1 begonnen, der Stückpreis liegt bei etwa 98.000 Euro. Das Unternehmen veröffentlicht für die Anlaufphase bewusst keine Stückzahlen, was in dieser frühen Phase üblich ist. Wer eine Zahl nennt und sie dann nicht hält, hat ein Kommunikationsproblem, das er sich sparen kann.

Finanziell steht die Firma dagegen ungewöhnlich gut da. Am 10. Juni 2026 schloss Neura eine Series-C-Runde über bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar ab, nach Berichten von Handelsblatt und CNBC bei einer Bewertung um 7 Milliarden US-Dollar. Für ein europäisches Robotikunternehmen ist das eine außergewöhnliche Größenordnung.

Was die reine Stückzahl angeht, spielt Europa 2026 keine Rolle. Die Zahl der humanoiden Roboter, die in Deutschland tatsächlich in Betrieb sind, dürfte im niedrigen dreistelligen Bereich liegen, verteilt auf Pilotinstallationen in der Industrie und Forschungsgeräte an Hochschulen. Belegen lässt sich das nicht, weil niemand zählt.

Die Prognosen für 2026 und danach

Hier wird es unübersichtlich, und das sollte man wissen, bevor man irgendeine dieser Zahlen weitergibt.

QuellePrognose 2026Prognose 2030Prognose 2035
Goldman Sachs (Stand September 2026)75.000 Stück890.000 Stück6,5 Mio. Stück
Bank of America (Stand März 2026)90.000 Stück weltweitkeine Angabe10 Mio. Stück
Morgan Stanley (Stand Juni 2026)50.000 Stück (nur China)446.000 Stück (nur China)keine Angabe
Smart Analytics Global (Stand August 2026)ca. 60.000 Stückca. 500.000 Stück pro Jahrkeine Angabe

Für dasselbe Jahr 2026 reichen die Schätzungen von 50.000 bis 90.000 Einheiten. Das ist fast ein Faktor zwei bei einem Zeitraum, der beim Erscheinen dieser Prognosen schon halb vorbei war. Für 2030 liegen die weltweiten Werte zwischen 500.000 und 890.000 Stück, wobei die Zahlen von Morgan Stanley in beiden Spalten ausschließlich den chinesischen Markt betreffen und deshalb nicht direkt mit den globalen Prognosen vergleichbar sind.

Besonders aufschlussreich ist, wie stark Goldman Sachs seine eigenen Annahmen korrigiert hat. Die Investmentbank hob im September 2026 ihre Schätzung für 2030 von 256.000 auf 890.000 Einheiten an, für 2035 von 1,4 Millionen auf 6,5 Millionen. Das Marktvolumen für 2035 beziffert sie nun auf rund 138 Milliarden US-Dollar. Als Begründung nennt das Haus die schnelleren Fortschritte bei Physical AI und die wachsende Zahl von Unternehmen, die von Prototypen zur kommerziellen Fertigung übergehen.

Eine Vervierfachung der eigenen Zehnjahresprognose innerhalb weniger Monate ist ein zweischneidiges Signal. Sie zeigt, dass sich die Lage tatsächlich schnell verändert. Sie zeigt aber genauso deutlich, dass die Modelle dahinter wenig belastbar sind. Wer eine Prognose so stark nach oben korrigiert, könnte sie unter anderen Umständen genauso stark nach unten korrigieren.

Die praktische Konsequenz: Nehmen Sie die Halbjahreszahl von 19.100 Einheiten als gemessene Tatsache. Nehmen Sie alles, was für 2030 oder 2035 genannt wird, als Szenario mit erheblicher Unsicherheit.

Wie viel Geld in den Markt fließt

Ein zweiter Indikator neben den Stückzahlen ist das investierte Kapital, und der sieht eindeutiger aus. Startups im Bereich humanoider Robotik sammelten im Jahr 2026 bis zur Jahresmitte rund 8,6 Milliarden US-Dollar ein, das 1,8-fache des gesamten Vorjahres, bei halb verstrichenem Jahr.

Die größte Einzelrunde dieses Halbjahrs waren die erwähnten 1,4 Milliarden US-Dollar von Neura Robotics im Juni. Nach der Jahresmitte kam im August die Robotik-Runde von XPeng hinzu, über 900 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung über 6,3 Milliarden US-Dollar, mit dem erklärten Ziel, das IRON-Modell bis Jahresende in Serie zu bringen. Ebenfalls im August ging Unitree an die Börse, die Aktie stieg am ersten Handelstag um mehrere hundert Prozent.

Dieses Kapital ist der Grund, warum die Stückzahlen in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter steigen. Fertigungskapazität lässt sich kaufen, und sie wird gerade in großem Umfang gekauft. Ob die Nachfrage in gleichem Tempo mitwächst, ist die offene Frage. Bisher stammen über 85 Prozent dieser Nachfrage aus China selbst.

Was die Zahlen über den Reifegrad verraten

Drei Beobachtungen lassen sich aus dem Zahlenwerk ableiten, ohne zu spekulieren.

Erstens: Der Markt ist extrem konzentriert. Zwei Unternehmen decken drei Viertel aller Auslieferungen ab, ein Land 97 Prozent. Solche Konzentrationen sind typisch für frühe Marktphasen und lösen sich meist auf, sobald mehr Anbieter fertigungsreif werden. Sie bedeuten aber auch, dass ein einzelner regulatorischer oder handelspolitischer Eingriff den gesamten Markt verschieben könnte.

Zweitens: Der Anwendungsschwerpunkt hat sich innerhalb eines Jahres von der Forschung in die Industrie verlagert. Das ist der wichtigste qualitative Befund der Halbjahreszahlen, wichtiger als das Wachstum von 272 Prozent. Ein Gerät, das in einer Fabrik Geld verdient, hat eine Zukunft. Ein Gerät, das auf Messen läuft, hat einen Auftritt.

Drittens: Die absoluten Zahlen sind nach wie vor klein. 19.100 Einheiten in einem Halbjahr entsprechen weltweit etwa 100 Robotern pro Arbeitstag. Zum Vergleich: Von klassischen Industrierobotern werden jährlich über 500.000 Einheiten installiert. Humanoide Roboter machen davon einen Bruchteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Wer sie im Alltag sehen will, muss vorerst auf eine Messe gehen.

Einordnung: Wachstum ist nicht gleich Verbreitung

Die Verdreifachung binnen eines Jahres ist echt und gemessen. Sie sagt aber wenig darüber aus, wann humanoide Roboter Teil des Alltags werden. Ein Markt, der von 5.100 auf 19.100 Einheiten wächst, wächst schnell. Ein Markt mit 19.100 Einheiten ist trotzdem ein Nischenmarkt.

Beide Aussagen sind gleichzeitig wahr, und je nachdem, welche man betont, entsteht ein völlig anderes Bild. Wer den Wachstumsprozentsatz in den Vordergrund stellt, erzählt eine Revolutionsgeschichte. Wer die absolute Stückzahl nennt, erzählt von einem Randphänomen. Die ehrlichere Darstellung nennt beide Zahlen nebeneinander und überlässt die Bewertung dem Leser.

Für die nächsten Jahre wird entscheidend sein, ob sich das Wachstum aus China hinaus verbreitert und ob die Geräte in der Industrie tatsächlich die Verfügbarkeit erreichen, die ein Produktionsbetrieb verlangt. Die Halbjahreszahlen 2027 werden darüber mehr sagen als jede Prognose, die heute veröffentlicht wird.

Wer die einzelnen Modelle mit ihren technischen Daten und Preisen vergleichen möchte, findet sie in unserem Vergleich aller humanoiden Roboter. Einen Überblick über die Unternehmen hinter den Zahlen gibt die Herstellerübersicht.

Quellen und Methodik

Die Auslieferungszahlen für das erste Halbjahr 2026 stammen von Smart Analytics Global und wurden im August 2026 unter anderem von Bloomberg, der South China Morning Post und Reuters aufgegriffen. Die Prognosen stammen aus Veröffentlichungen von Goldman Sachs (September 2026), Morgan Stanley (Juni 2026), Bank of America und Smart Analytics Global. Die Angaben zu Tesla beruhen auf einer Schätzung von Axis Intelligence sowie auf Teslas Aktionärsbrief vom 22. Juli 2026.

Wo Zahlen auf Schätzungen beruhen oder von den Unternehmen nicht bestätigt wurden, ist das im Text ausdrücklich vermerkt. Alle Stückzahlen beziehen sich auf ausgelieferte Geräte, nicht auf produzierte oder installierte, sofern nicht anders angegeben.

Häufige Fragen

Wie viele humanoide Roboter gibt es weltweit?+

Eine exakte Gesamtzahl existiert nicht, weil kein Register alle Geräte erfasst. Belastbar sind die Auslieferungszahlen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Erhebung von Smart Analytics Global rund 19.100 humanoide Roboter ausgeliefert, nach etwa 5.100 im Vorjahreszeitraum. Rechnet man die Vorjahre hinzu, dürfte der weltweite Bestand Mitte 2026 in der Größenordnung von 40.000 bis 50.000 Einheiten liegen, wobei ein erheblicher Teil davon Forschungs- und Vorführgeräte sind.

Welcher Hersteller liefert die meisten humanoiden Roboter aus?+

AgiBot aus Shanghai. Das Unternehmen lieferte im ersten Halbjahr 2026 rund 8.400 Einheiten aus und kommt damit auf etwa 44 Prozent des Weltmarkts. Auf Platz zwei folgt Unitree mit rund 5.900 Stück und etwa 31 Prozent. Zusammen decken die beiden Firmen ungefähr drei Viertel aller Auslieferungen ab.

Warum kommen fast alle humanoiden Roboter aus China?+

Chinesische Anbieter stellten im ersten Halbjahr 2026 rund 97 Prozent der Auslieferungen. Drei Gründe wirken zusammen: eine komplette heimische Lieferkette für Aktuatoren, Getriebe und Sensoren, dadurch deutlich niedrigere Stückkosten, und ein Heimatmarkt, der über 85 Prozent der weltweiten Nachfrage ausmacht. Westliche Hersteller wie Tesla und Figure produzieren derzeit überwiegend für den Eigenbedarf und verkaufen kaum extern, tauchen in der Auslieferungsstatistik also kaum auf.

Wie viele humanoide Roboter wird es 2030 geben?+

Die Prognosen gehen weit auseinander. Goldman Sachs hob seine Schätzung im September 2026 auf 890.000 jährliche Auslieferungen im Jahr 2030 an, zuvor waren es 256.000. Smart Analytics Global rechnet weltweit mit rund 500.000 Stück. Morgan Stanley kommt auf 446.000, bezieht sich dabei aber ausdrücklich nur auf den chinesischen Markt. Die Spanne zwischen der niedrigsten und der höchsten globalen Prognose beträgt damit fast das Doppelte, was zeigt, wie unsicher die Annahmen noch sind.

Wie viele humanoide Roboter arbeiten in Deutschland?+

Keine offizielle Statistik weist das aus. Neura Robotics aus Metzingen hat im Juni 2026 mit der Auslieferung des 4NE-1 begonnen, nennt für die Anlaufphase aber keine Stückzahlen. Bekannt sind einzelne Pilotinstallationen in der Industrie, dazu Forschungsgeräte an Hochschulen. Die Größenordnung dürfte im niedrigen dreistelligen Bereich liegen, verlässlich belegen lässt sich das derzeit nicht.