Ein Autobauer betritt die Robotik-Bühne
XPeng, in China als Xiaopeng Motors bekannt, gehört zu den führenden Herstellern von Elektroautos. Mit Iron überträgt das Unternehmen seine Kompetenz auf humanoide Roboter. Die Next-Gen-Version von Iron wurde im November 2025 auf XPengs AI Day vorgestellt und wurde schnell zum Gesprächsthema, weil sie sich ungewöhnlich menschlich bewegte.
Der Gang wirkte so natürlich, dass online der Verdacht aufkam, in der Hülle stecke ein Mensch. XPeng reagierte offensiv und öffnete die Verkleidung vor Publikum, um die Mechanik im Inneren zu zeigen. Diese Episode brachte Iron zusätzliche Aufmerksamkeit und unterstrich den Anspruch des Herstellers, einen besonders lebensecht wirkenden Roboter gebaut zu haben.
Technik aus dem Fahrzeugbau
Iron misst etwa 173 Zentimeter und wiegt rund 70 Kilogramm. Das Bewegungssystem umfasst etwa 60 Gelenke. XPeng nennt rund 82 aktiv von Motoren gesteuerte Freiheitsgrade und kommt inklusive passiver Gelenke und feiner Mikrobewegungen auf etwa 200 Bewegungsachsen. Die Hände sind mit je 22 Freiheitsgraden auf geschickte Manipulation ausgelegt.
Das auffälligste technische Merkmal ist die Energieversorgung. XPeng bezeichnet Iron als weltweit ersten Humanoiden mit einer vollständigen Feststoffbatterie. Solche Batterien verwenden feste keramische oder polymerbasierte Elektrolyte statt der sonst üblichen brennbaren Flüssigkeiten. Das erhöht die Sicherheit und kann Energiedichte und Gewicht verbessern. Für einen Roboter, der sich im Umfeld von Menschen bewegt, ist das ein relevanter Vorteil, und es zeigt, wie eng XPengs Auto- und Robotersparte technisch verzahnt sind.
Weg in die Serienfertigung
XPeng will Iron nicht als Einzelstück belassen, sondern in Serie bauen. Ab dem ersten Quartal 2026 entsteht dafür eine rund 110.000 Quadratmeter große Fabrik. Der Serienstart ist für Ende 2026 geplant. Iron ist dabei Teil einer breiteren Strategie, die XPeng als Physical AI bezeichnet und zu der auch Robotaxis und weitere KI-Anwendungen gehören.
Erste Praxiseinsätze gab es bereits. Zum Frühlingsfest 2026 arbeitete Iron im Pekinger Automobilmuseum und interagierte dort mit Kindern aus dem ganzen Land. Solche öffentlichen Auftritte dienen zugleich als Test unter realen Bedingungen und als Marketing für die kommende Serienversion.
Einordnung
Mit Iron reiht sich XPeng in eine wachsende Riege chinesischer Hersteller ein, die humanoide Roboter vorantreiben. Anders als der Unitree G1, der bewusst als günstige Forschungsplattform positioniert ist, oder der eher experimentelle Xiaomi CyberOne, zielt XPeng auf ein hochwertiges, serienreifes Produkt mit lebensechtem Auftritt. Der Schritt erinnert an Tesla, das mit Optimus ebenfalls Fahrzeugtechnik in die Robotik überträgt. Ob XPeng den ambitionierten Zeitplan bis Ende 2026 hält und zu welchem Preis Iron letztlich angeboten wird, bleibt abzuwarten.
Fähigkeiten & Anwendungsbereiche
Verblüffend menschlicher Gang
Iron erregte Aufsehen durch einen so flüssigen, menschenähnlichen Gang, dass Zweifel an seiner Echtheit aufkamen. XPeng zeigte daraufhin öffentlich das Innere des Roboters, um zu belegen, dass keine Person im Kostüm steckt.
Feststoffbatterie
XPeng bezeichnet Iron als ersten Humanoiden mit einer vollständigen Feststoffbatterie. Statt brennbarer Flüssig-Elektrolyte kommen keramische oder polymerbasierte Elektrolyte zum Einsatz, was Sicherheit und Energiedichte verbessern soll.
Über 80 aktive Freiheitsgrade
Rund 82 aktiv von Motoren gesteuerte Freiheitsgrade, plus zahlreiche passive Gelenke, ergeben in Summe etwa 200 Bewegungsachsen. Allein die Hände bringen je 22 Freiheitsgrade für geschickte Manipulation mit.
Technik aus dem Autobau
Als Elektroautobauer bringt XPeng Kompetenz bei Batterien, Antrieben, Sensorik und KI mit. Iron ist Teil einer breiteren Physical-AI-Strategie, zu der auch Robotaxis gehören.
Serienfertigung im Blick
XPeng errichtet ab dem ersten Quartal 2026 eine rund 110.000 Quadratmeter große Roboterfabrik. Der Serienstart von Iron ist für Ende 2026 angepeilt.
Interaktion und Öffentlichkeit
Zum Frühlingsfest 2026 war Iron im Pekinger Automobilmuseum im Einsatz und interagierte dort mit Kindern aus dem ganzen Land, ein früher Praxistest im Publikumskontakt.
Häufig gestellte Fragen
Ist der XPeng Iron echt oder steckt ein Mensch darin?+
Iron ist ein echter Roboter. Nach der Präsentation im November 2025 kamen wegen des sehr menschlichen Gangs Zweifel auf. XPeng öffnete daraufhin öffentlich die Verkleidung und zeigte die mechanischen Komponenten im Inneren, um zu belegen, dass es sich nicht um eine verkleidete Person handelt.
Wann kommt der XPeng Iron in Serie?+
XPeng peilt den Serienstart für Ende 2026 an. Dafür entsteht ab dem ersten Quartal 2026 eine rund 110.000 Quadratmeter große Fabrik. Ein offizieller Verkaufspreis für Endkunden wurde bislang nicht genannt.
Was ist an der Feststoffbatterie besonders?+
XPeng bezeichnet Iron als ersten Humanoiden mit einer vollständigen Feststoffbatterie. Diese nutzt feste statt flüssiger, brennbarer Elektrolyte. Das verspricht mehr Sicherheit, potenziell höhere Energiedichte und geringeres Gewicht, ein Vorteil, der direkt aus XPengs Erfahrung im Elektroautobau stammt.
Wie viele Freiheitsgrade hat der XPeng Iron?+
Die Angaben unterscheiden sich je nach Zählweise. XPeng nennt rund 82 aktiv von Motoren gesteuerte Freiheitsgrade und etwa 200 Bewegungsachsen insgesamt, wenn man passive Gelenke und Mikrobewegungen mitzählt. Jede Hand verfügt über 22 Freiheitsgrade.
Warum baut ein Autohersteller einen humanoiden Roboter?+
XPeng versteht Iron als Teil seiner Physical-AI-Strategie. Viele Schlüsseltechnologien aus dem Elektroautobau, etwa Batterien, Antriebe, Sensorik und KI-Software, lassen sich auf humanoide Roboter übertragen. Ähnlich wie Tesla mit Optimus sieht XPeng darin ein langfristiges Wachstumsfeld.
Wie unterscheidet sich Iron von anderen chinesischen Humanoiden?+
Iron setzt stark auf ein menschenähnliches Erscheinungsbild und flüssige Bewegung sowie auf die Feststoffbatterie als Alleinstellungsmerkmal. Im Vergleich zum ebenfalls chinesischen Unitree G1, der als günstige Forschungsplattform positioniert ist, zielt XPeng auf ein hochwertigeres, serienreifes Consumer- und Serviceprodukt.