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19. Oktober 2026

Humanoide Roboter aus Europa: Hersteller, Modelle und Kunden 2026

Humanoide Roboter aus Europa 2026: Welche Hersteller es gibt, welche Modelle in deutschen Werken arbeiten, wer sie finanziert und wo Europa gegen China steht.

Weißer humanoider Roboter greift in einer europäischen Fabrikhalle ein Kugellager aus einer blauen Kiste, daneben beobachtet ein Ingenieur mit Tablet

Bild: KI-Illustration (Higgsfield), erstellt für humanoid-portal.de · KI-generiert, keine reale Fotografie

Humanoide Roboter aus Europa gibt es 2026 nicht mehr nur als Messeprototypen. Mindestens fünf europäische Hersteller haben Verträge mit großen Industriekunden, und mit Neura Robotics und dem Londoner Start-up Humanoid haben zwei Firmen Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionen- bis Milliardenbereich abgeschlossen. Was Europa fehlt, sind die Stückzahlen. Während chinesische Hersteller Tausende Geräte ausliefern, reden europäische Firmen noch über Pilotprojekte und Rollouts bis 2032.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die europäische Szene: Wer baut welchen Roboter, wer sind die Kunden, wer finanziert das Ganze, und was unterscheidet den europäischen Weg vom amerikanischen und chinesischen. Die große, jährlich aktualisierte Übersicht aller Firmen weltweit finden Sie auf unserer Seite Humanoide Roboter Hersteller. Hier geht es gezielt um Europa, Stand Mitte Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

Europas humanoide Robotik ist stark von der Industrie getrieben. Die Roboter werden für Fabriken und Lager entwickelt, nicht für das Wohnzimmer. Typische Aufgaben sind Kisten umsetzen, Teile kommissionieren, Reifen handhaben oder Messaufgaben übernehmen.

Auffällig ist, wie eng Hersteller und Kunden verflochten sind. Schaeffler zum Beispiel arbeitet gleichzeitig mit Hexagon, Neura und Humanoid zusammen, ist bei zwei dieser Firmen Investor und will Gelenkantriebe liefern. Bosch investiert in Neura und Humanoid und fertigt für Humanoid sogar die Roboter. Renault hält eine Minderheitsbeteiligung an Wandercraft. Die Kunden finanzieren also die Entwicklung mit, statt nur fertige Geräte einzukaufen.

Das hat Vorteile, weil die Roboter für echte Aufgaben gebaut werden. Es hat aber auch einen Haken: Viele der genannten Stückzahlen sind Absichtserklärungen über mehrere Jahre, keine ausgelieferten Geräte.

Die europäischen Hersteller im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Firmen zusammen. Angaben zu Finanzierung und Stückzahlen stammen aus Unternehmensmitteilungen und Fachpresse. Wo Zahlen nur auf Firmenangaben beruhen, ist das vermerkt.

HerstellerSitzModellBekannte Kunden und PartnerStatus 2026
Neura RoboticsMetzingen, Deutschland4NE1Schaeffler, Bosch, KawasakiSeries C bis 1,4 Mrd. US-Dollar (Juni 2026)
Agile RobotsMünchen, DeutschlandAgile ONEIndustriekunden, keine Stückzahlen veröffentlichtFertigung im eigenen Werk in Bayern
HumanoidLondon, GroßbritannienHMND 01 (Rad und zweibeinig)Schaeffler, Siemens (Test)Series A 152 Mio. US-Dollar (Juli 2026)
Hexagon RoboticsStockholm, Robotik in ZürichAEONBMW Leipzig, SchaefflerEinsatz in der BMW-Serienfertigung
WandercraftParis, FrankreichCalvinRenault350 Einheiten für Renault geplant
Generative BionicsGenua, ItalienGENE.01FincantieriSeed-Runde 70 Mio. Euro (Dez. 2025)
PAL RoboticsBarcelona, SpanienKangaroo, TALOSForschungseinrichtungenForschungsplattformen

Dazu kommen kleinere und jüngere Firmen. UMA aus Paris hat im Juli 2026 einen ersten Prototyp gezeigt, IONO Robotics aus Linz hat im Mai 2026 seinen Roboter WORKMATE vorgestellt. Beide sind noch weit von einer Serienfertigung entfernt.

Deutschland: Neura Robotics und Agile Robots

Deutschland hat zwei Hersteller, die einen eigenen humanoiden Roboter entwickeln. Beide kommen aus der klassischen Industrierobotik und haben vorher kollaborative Roboterarme gebaut.

Neura Robotics aus Metzingen

Neura Robotics ist die bekannteste deutsche Firma in diesem Feld. Im Juni 2026 hat das Unternehmen eine Series-C-Finanzierung von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. Angeführt wurde die Runde von Tether, beteiligt sind laut Mitteilung unter anderem Qualcomm, Amazon, NVIDIA, Bosch, Schaeffler und die Europäische Investitionsbank. Das ist die größte Finanzierungsrunde, die ein europäisches Robotikunternehmen bisher gemeldet hat.

Neuras humanoider Roboter heißt 4NE1. Die technischen Daten und den Entwicklungsstand haben wir auf der Modellseite zum Neura 4NE1 zusammengestellt. Die Geschichte des Unternehmens und seine Plattformstrategie mit dem Neuraverse beschreibt unser Beitrag Neura Robotics: Wie ein schwäbischer Mittelständler zur größten Robotik-Wette Europas wurde.

Wichtig für die Einordnung: Neura spricht von einem Auftragsbestand und einer Einsatz-Pipeline von über einer Milliarde US-Dollar. Das ist eine Firmenangabe, die auch Absichtserklärungen umfasst. Mit Schaeffler hat Neura eine Partnerschaft geschlossen, nach der bis 2035 eine mittlere vierstellige Zahl humanoider Roboter in Schaeffler-Werken arbeiten soll.

Agile Robots aus München

Agile Robots wurde 2018 von Zhaopeng Chen und weiteren Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gegründet. Das Unternehmen ist vor allem mit Roboterarmen und Automatisierungslösungen gewachsen. Im November 2025 hat es mit dem Agile ONE seinen ersten humanoiden Roboter vorgestellt.

Der Agile ONE ist nach Herstellerangaben 174 Zentimeter groß, wiegt 69 Kilogramm und trägt bis zu 20 Kilogramm. Die Hände haben fünf bewegliche Finger mit Sensoren in den Fingerspitzen. Gebaut wird er im eigenen Werk in Bayern, die Produktion sollte Anfang 2026 anlaufen. Stückzahlen hat Agile Robots nicht veröffentlicht.

Der Unterschied zu Neura liegt eher in der Strategie als in der Technik. Agile Robots verkauft den Humanoiden als Teil seiner bestehenden Automatisierungsprojekte, Neura baut eine eigene Plattform mit App-Ökosystem drumherum.

Großbritannien: Humanoid, Europas erstes Humanoiden-Einhorn

Das Londoner Start-up Humanoid wurde erst im Mai 2024 gegründet und ist trotzdem schon die am höchsten bewertete reine Humanoiden-Firma Europas. Am 21. Juli 2026 hat es eine Series A über 152 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt von Prime Movers Lab. Die Bewertung liegt laut Berichten bei 1,35 Milliarden US-Dollar, die Gesamtfinanzierung bei rund 270 Millionen. Zu den Investoren gehören Bosch und Schaeffler.

Die Plattform heißt HMND 01 und existiert in zwei Varianten: mit Rädern für flache Hallenböden und zweibeinig für Umgebungen mit Stufen und Hindernissen. Bosch übernimmt über seine Robotiktochter die Fertigung. Das ist ein ungewöhnliches Modell, weil sich ein junges Start-up damit die Fabrik spart und auf das Fertigungswissen eines Großkonzerns setzt.

Der wichtigste Kunde ist Schaeffler. Im Mai 2026 haben beide Firmen eine Vereinbarung bekanntgegeben, nach der bis 2032 geschätzt 1.000 bis 2.000 Roboter von Humanoid in Schaeffler-Werken eingesetzt werden sollen. Der erste Rollout ist für Dezember 2026 bis Juni 2027 an den deutschen Standorten Herzogenaurach und Schweinfurt geplant. In Herzogenaurach geht es zunächst um das Handling von Kartons. Im Gegenzug will Schaeffler Gelenkantriebe an Humanoid liefern.

Einen Praxistest gab es außerdem bei Siemens in Erlangen. Dort lief das Radmodell eine Acht-Stunden-Schicht und bewegte nach Angaben des Unternehmens 60 Behälter pro Stunde. Humanoid spricht außerdem von 34.000 Vorbestellungen. Diese Zahl ist nicht unabhängig bestätigt und umfasst nach Berichten unverbindliche Bestellungen.

Schweiz und Schweden: Hexagon AEON im BMW-Werk

Hexagon ist kein Start-up, sondern ein börsennotierter schwedischer Konzern für Mess- und Sensortechnik. Die Robotiksparte sitzt in Zürich. Im Juni 2025 hat Hexagon den AEON vorgestellt, einen Humanoiden mit Rädern an den Beinen statt Füßen.

Der AEON wiegt rund 60 Kilogramm, ist 1,65 Meter groß und trägt kurzzeitig 15 Kilogramm, dauerhaft 8 Kilogramm. Eine Besonderheit ist der automatische Akkuwechsel, der den Roboter länger einsatzfähig hält. Alle Daten finden Sie auf der Modellseite zum Hexagon AEON.

Der bekannteste Einsatz ist das BMW-Werk Leipzig. Nach Tests im Dezember 2025 und im Frühjahr 2026 sollte der AEON ab Sommer 2026 in der Serienfertigung arbeiten, unter anderem bei der Montage von Hochvoltbatterien. BMW hat dafür ein eigenes Kompetenzzentrum für Physical AI in der Produktion eingerichtet. Zum Vergleich: In seinem US-Werk Spartanburg hatte BMW 2025 einen Roboter von Figure im Einsatz, mittlerweile prüft der Konzern dort den Nachfolger Figure 03.

Auch Schaeffler setzt auf Hexagon. Auf der Hannover Messe im April 2026 kündigte der Zulieferer an, über sieben Jahre mindestens 1.000 AEON-Roboter in seinem weltweiten Produktionsnetz einzusetzen.

Frankreich: Wandercraft und UMA

Wandercraft aus Paris kommt aus einer ganz anderen Richtung. Das Unternehmen hat sich mit selbstbalancierenden Exoskeletten für Menschen mit Querschnittslähmung einen Namen gemacht. Dieses Wissen über Gleichgewicht und Gangsteuerung steckt jetzt im Industrieroboter Calvin.

Calvin hat keinen Kopf und ist für schwere Handhabung gebaut. Im Renault-Werk Douai übernimmt er bereits das Umsetzen von Reifen, eine körperlich belastende Arbeit. Renault ist mit einer Minderheitsbeteiligung bei Wandercraft eingestiegen und plant laut einer Mitteilung vom Frühjahr 2026, innerhalb von 18 Monaten 350 dieser Roboter in seinen Werken einzusetzen.

UMA, ebenfalls aus Paris, ist deutlich jünger. Die Firma hat im Juli 2026 einen ersten Prototyp gezeigt und spricht nach Berichten mit rund 50 möglichen Kunden. Öffentlich bekannte Einsätze gibt es noch nicht.

Italien, Spanien und Österreich: Forschung trifft Werft

Generative Bionics aus Genua ist eine Ausgründung des Italienischen Technologieinstituts IIT. Im Dezember 2025 sammelte die Firma in einer Seed-Runde 70 Millionen Euro ein, angeführt von CDP Venture Capital. Im Juli 2026 hat sie den GENE.01 als funktionsfähigen Roboter vorgestellt. Er hat eine taktile Haut, die Berührungen erkennt, und soll modular aufgebaut sein. Erster Industriepartner ist die Werftgruppe Fincantieri: Der Roboter soll dort schweißen, mit einem Schweißgerät anstelle einer Hand.

PAL Robotics aus Barcelona baut seit über 20 Jahren humanoide Roboter, vor allem für Forschung und Universitäten. Der zweibeinige Kangaroo wird unter anderem im EU-geförderten Projekt PRIMI eingesetzt, das sich mit robotergestützter Rehabilitation beschäftigt. Für viele europäische Labore ist PAL der naheliegende Lieferant, auch wenn die Firma im Industriegeschäft eine kleinere Rolle spielt.

In Österreich hat IONO Robotics aus Linz im Mai 2026 den WORKMATE gezeigt. Der Roboter soll in Industrie, Logistik und Handel arbeiten. Nach Angaben des Unternehmens laufen Pilotprojekte mit Partnern in Österreich, Deutschland und Italien.

Sonderfall 1X: norwegische Wurzeln, amerikanischer Sitz

Der Haushaltsroboter 1X NEO wird oft als europäisches Produkt genannt. Das stimmt nur zum Teil. 1X Technologies wurde in Norwegen gegründet und hat dort weiterhin Entwicklung, der Firmensitz liegt aber inzwischen in Kalifornien. Auch der Markt, auf den 1X zuerst zielt, sind die USA. Wer nach einem europäischen Heimroboter sucht, wird 2026 also noch nicht fündig. Warum Haushaltsroboter generell noch auf Fernsteuerung angewiesen sind, erklärt unser Beitrag Humanoide Roboter im Haushalt.

Was den europäischen Weg ausmacht

Wer die Firmen nebeneinander legt, erkennt ein klares Muster. Europas humanoide Robotik ist um wenige große Industriekunden herum organisiert. Die US-Firmen wie Tesla oder Figure setzen eher auf eigene Fabriken und Wagniskapital in zweistelliger Milliardenhöhe. Chinesische Hersteller profitieren von staatlicher Förderung, günstigen Lieferketten und einem riesigen Heimatmarkt.

Kunden als Mitentwickler

Schaeffler ist dafür das deutlichste Beispiel. Der Wälzlager- und Antriebsspezialist ist bei drei Herstellern gleichzeitig Kunde und bei Neura und Humanoid zusätzlich Investor. Dahinter steckt eine doppelte Wette: Schaeffler will die Roboter in den eigenen Werken einsetzen und gleichzeitig zum Zulieferer für Gelenkantriebe werden. Allein für Humanoid ist ein Liefervertrag über mindestens eine Million Aktuatoren bis 2031 geplant.

Bosch spielt eine ähnliche Doppelrolle. Der Konzern ist Investor bei Neura und Humanoid und fertigt die Roboter von Humanoid für den europäischen Markt. So entsteht eine Arbeitsteilung, bei der junge Firmen Software und Design liefern und etablierte Konzerne Fertigung, Lieferkette und erste Einsatzorte.

Industrie statt Haushalt

Kein europäischer Hersteller verkauft 2026 einen humanoiden Roboter an Privatkunden. Alle setzen auf Fabrik, Lager und Werft. Das ist eine bewusste Entscheidung: In der Industrie sind Aufgaben wiederholbar, die Umgebung lässt sich anpassen, und der wirtschaftliche Nutzen lässt sich messen. Wie die Rechnung für Unternehmen aussieht, beschreibt unser Beitrag zur Wirtschaftlichkeit humanoider Roboter.

Räder statt Beine

Auffällig viele europäische Roboter rollen. Der AEON hat Räder an den Beinen, Humanoid bietet zuerst eine Radversion an, und auch UMA hat eine Radvariante angekündigt. Auf ebenen Hallenböden sind Räder schneller, sparsamer und sicherer als zweibeiniges Gehen. Das Laufen auf zwei Beinen bleibt für Treppen und unebene Flächen wichtig, ist aber für viele Fabrikaufgaben gar nicht nötig.

Europa gegen China: Wo steht die Branche?

Bei den Stückzahlen ist der Abstand groß. Chinesische Hersteller wie Unitree, AgiBot oder UBTECH liefern bereits Tausende Roboter aus, zu deutlich niedrigeren Preisen. Wie Peking diesen Vorsprung aufgebaut hat, beschreibt unser Beitrag Humanoide Roboter aus China. Europäische Firmen nennen dagegen Rollout-Pläne für mehrere Jahre.

Einen Vorteil hat Europa trotzdem. Industriekunden in Deutschland und Frankreich achten stark auf Datensouveränität, Cybersicherheit und Haftung. Für vernetzte Roboter mit Kameras in der Fabrikhalle ist ein europäischer Hersteller deshalb für viele Firmen die einfachere Wahl. Dazu kommt die Regulierung: Ab dem 20. Januar 2027 gilt die neue EU-Maschinenverordnung, die erstmals auch Anforderungen an Cybersicherheit und KI-Funktionen stellt. Europäische Hersteller bauen ihre Produkte von Anfang an darauf aus. Welche Regeln im Detail gelten, haben wir in Welche Regeln gelten für humanoide Roboter? zusammengefasst.

Die Kehrseite: Viele Komponenten, etwa Motoren, Getriebe oder Sensoren, kommen auch bei europäischen Robotern aus Asien. Eine vollständig europäische Lieferkette gibt es bisher nicht. Schaefflers Ankündigung, Aktuatoren in großer Zahl zu bauen, ist auch deshalb interessant.

Kann man einen europäischen Humanoiden kaufen?

Für Privatleute lautet die Antwort 2026 nein. Weder Neura noch Agile Robots, Humanoid oder Hexagon verkaufen ihre Roboter frei im Handel, und Preise sind nicht öffentlich. Neura hat zwar Vorbestellungen mit einer kleinen Anzahlung angekündigt, eine reguläre Auslieferung an Privatkunden gibt es aber nicht.

Unternehmen können mit den Herstellern über Pilotprojekte sprechen. Das läuft in der Regel über ein Projektgeschäft mit Integration, Schulung und Wartung, nicht über einen Listenpreis. Wer schnell und günstig einen humanoiden Roboter für Forschung oder Lehre braucht, landet heute meist bei chinesischen Modellen wie dem Unitree G1. Was das für Zoll, CE-Kennzeichnung und Garantie bedeutet, steht in unserem Beitrag Humanoiden Roboter aus China importieren. Einen Vergleich aller Modelle mit Preisen bietet die Seite Humanoide Roboter Vergleich.

Ausblick: Die entscheidenden Jahre 2026 bis 2028

Ob Europa eine eigene Humanoiden-Industrie bekommt, hängt jetzt an der Umsetzung. Die Finanzierung ist da, die Kunden sind da, die Absichtserklärungen auch. Was fehlt, sind Roboter, die zu Hunderten im Schichtbetrieb laufen.

Drei Termine sind dafür wichtig. Erstens der Rollout von Humanoid bei Schaeffler ab Dezember 2026. Zweitens die 350 Calvin-Roboter, die Renault bis Ende 2027 einsetzen will. Drittens die Frage, wie viele AEON-Roboter BMW nach der ersten Phase in Leipzig tatsächlich in weiteren Werken einsetzt.

Wenn diese Projekte halten, was die Verträge versprechen, hat Europa 2028 eine kleine, aber ernstzunehmende Branche mit eigenen Herstellern und eigenen Kunden. Wenn nicht, bleibt der Kontinent ein Markt, auf dem vor allem amerikanische und chinesische Roboter arbeiten. Wir verfolgen die Entwicklung und aktualisieren diesen Überblick, sobald es neue Zahlen gibt.

Häufige Fragen

01Welche Hersteller humanoider Roboter gibt es in Europa?+

Zu den wichtigsten europäischen Herstellern zählen 2026 Neura Robotics aus Metzingen, Agile Robots aus München, das Londoner Start-up Humanoid, Hexagon Robotics mit Robotik-Sitz in Zürich, Wandercraft aus Paris, Generative Bionics aus Genua und PAL Robotics aus Barcelona. Dazu kommen jüngere Firmen wie UMA aus Paris und IONO Robotics aus Linz. 1X wurde in Norwegen gegründet, sitzt heute aber in Kalifornien.

02Gibt es einen humanoiden Roboter aus Deutschland?+

Ja. Neura Robotics aus Metzingen entwickelt den 4NE1, Agile Robots aus München hat im November 2025 den Agile ONE vorgestellt und baut ihn in seinem Werk in Bayern. Beide Roboter richten sich an Industriekunden. Ein frei käuflicher deutscher Humanoide für Privatleute ist bislang nicht im Handel.

03Wo arbeiten humanoide Roboter in deutschen Fabriken?+

BMW setzt im Werk Leipzig den AEON von Hexagon ein, laut Planung seit Sommer 2026 in der Serienfertigung. Schaeffler hat Verträge mit Hexagon, Neura und dem britischen Start-up Humanoid geschlossen. Die ersten Humanoid-Roboter sollen ab Dezember 2026 in Herzogenaurach und Schweinfurt arbeiten. Siemens hat ein Radmodell von Humanoid in Erlangen getestet.

04Kann Europa bei humanoiden Robotern mit China mithalten?+

Bei Stückzahlen und Preisen liegt China klar vorn. Europas Stärke ist die Nähe zu großen Industriekunden wie Schaeffler, Bosch, BMW, Siemens und Renault, die Roboter nicht nur kaufen, sondern mitentwickeln und mitfinanzieren. Ob daraus eine eigene Serienindustrie wird, entscheidet sich in den Rollouts der Jahre 2026 bis 2028.

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