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Humanoid-Portal

24. August 2026

Humanoide Roboter aus China: Wie Peking 2026 den Weltmarkt übernahm

Humanoide Roboter aus China machen 2026 rund 97 Prozent aller weltweiten Auslieferungen aus. Wie es dazu kam, wer die Hersteller sind und was das für Europa bedeutet.

Montagelinie in einer chinesischen Roboterfabrik mit einer langen Reihe humanoider Roboter, an denen zwei Techniker arbeiten

Bild: KI-Illustration (Higgsfield), erstellt für humanoid-portal.de · KI-generiert, keine reale Fotografie

Chinesische Hersteller haben im ersten Halbjahr 2026 rund 97 Prozent aller weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter gebaut. Die Zahl stammt aus einer Auswertung des Marktforschers Smart Analytics Global vom August 2026 und ist seither von Bloomberg bis zur Global Times durch die Wirtschaftspresse gegangen. Die sechs größten Anbieter nach Stückzahl sitzen ausnahmslos in China. Zusammen kommen sie auf knapp 88 Prozent des Weltmarkts.

Damit ist eine Frage entschieden, über die die Branche noch vor zwei Jahren gestritten hat. Nicht Silicon Valley baut die humanoiden Roboter dieser Welt, sondern Shenzhen, Hangzhou und Peking. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein, erklärt, wie es dazu kam, und beschreibt, was der amerikanische Gegenschlag vom Juli für europäische Käufer bedeutet.

Die Zahlen: was China 2026 tatsächlich produziert

Man muss bei diesem Thema zwei Kennzahlen auseinanderhalten, die in Nachrichtenmeldungen gern vermischt werden.

Die erste ist die Produktion in China. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) beziffert den Ausstoß humanoider Roboter im ersten Halbjahr 2026 auf über 40.000 Einheiten. Für das Gesamtjahr erwartet die Behörde mehr als 100.000 Stück. Im Jahr 2025 lag die chinesische Jahresproduktion bei etwa 20.000 Einheiten. Das wäre eine Verfünffachung innerhalb eines Jahres.

Die zweite Kennzahl sind die kommerziellen Auslieferungen weltweit. Hier liegen die Zahlen deutlich niedriger, weil ein produzierter Roboter nicht automatisch ein verkaufter Roboter ist. Marktforscher zählen für das erste Halbjahr 2026 gut 19.000 ausgelieferte Einheiten global, nach etwa 5.100 im Vorjahreszeitraum. Das ist mehr als eine Verdreifachung. Für das Gesamtjahr rechnen dieselben Quellen mit rund 60.000 Auslieferungen.

Die Differenz zwischen 40.000 produzierten und 19.000 ausgelieferten Einheiten ist kein Rechenfehler, sondern ein Warnsignal. Ein erheblicher Teil der chinesischen Produktion geht in Forschungslabore, Vorführhallen, staatlich geförderte Pilotprojekte und auf Lager. Wer die Branche nüchtern beurteilen will, sollte die Auslieferungszahlen als härteren Maßstab nehmen.

Ehrlicherweise muss man hinzufügen, dass die Quellen selbst nicht ganz sauber trennen. Ein auf der Weltroboterkonferenz vorgestellter Branchenbericht führt dieselben 40.000 Einheiten als Auslieferungen chinesischer Hersteller, während sie in der MIIT-Zahlenreihe als Produktion auftauchen. Solange keine geprüften Geschäftsberichte vorliegen, sind alle Zahlen in diesem Markt Näherungen. Genau das ändert sich gerade, dazu gleich mehr.

Kennzahl (H1 2026)WertQuelle
Produktion humanoider Roboter in Chinaüber 40.000 EinheitenMIIT
Erwartete Jahresproduktion China 2026über 100.000 EinheitenMIIT
Weltweite Auslieferungenrund 19.000 EinheitenMarktforschung
Anteil chinesischer Hersteller an Auslieferungenrund 97 ProzentMarktforschung
Anteil der sechs größten (alle chinesisch)rund 88 ProzentMarktforschung
In China verfügbare Modelleüber 400MIIT

Bemerkenswert ist die letzte Zeile. Über 400 verschiedene humanoide Robotermodelle sind in China auf dem Markt oder angekündigt. Zum Vergleich: In unserem Vergleich aller humanoiden Roboter führen wir die international relevanten Modelle, und das sind knapp zwei Dutzend. Der chinesische Markt ist zersplittert, überfüllt und wird in den nächsten Jahren eine Konsolidierungswelle erleben.

Wie China diesen Vorsprung aufgebaut hat

Der Vorsprung ist kein Zufall und auch nicht das Ergebnis eines einzelnen technologischen Durchbruchs. Er hat drei nüchterne Ursachen.

Die Lieferkette liegt vor der Haustür

Ein humanoider Roboter besteht je nach Modell zu 40 bis 60 Prozent seiner Herstellkosten aus Aktuatoren, also aus Motoren, Getrieben, Encodern und Steuerelektronik. Wir haben das in unserem Beitrag warum humanoide Roboter so teuer sind im Detail aufgeschlüsselt. Genau diese Bauteile fertigt China in großem Stil selbst, oft im selben Industriecluster, in dem auch der Roboter montiert wird. Ein Hersteller in Shenzhen erreicht seinen Getriebelieferanten in einer Autostunde.

Wie weit das geht, zeigt eine Kostenzerlegung des Unitree G1 durch die Investmentbank China Post Securities: rund 41.600 Yuan Materialkosten, davon etwa zwei Drittel für die Kerngelenke, und ein Lokalisierungsgrad der wichtigsten Komponenten zwischen 75 und 90 Prozent. Ein westlicher Hersteller, der dieselbe Stückliste einkauft, kommt an diesen Punkt nicht heran, egal wie gut er verhandelt.

Westliche Hersteller kaufen dieselben Komponenten häufig ebenfalls in Asien ein, zahlen aber Zoll, Fracht und Zwischenhandel. Bei einem Bauteil, das mehrfach pro Roboter verbaut wird, summiert sich das schnell.

Der Staat zahlt mit

Peking hat humanoide Roboter 2023 zur strategischen Zukunftsindustrie erklärt und seither Fördermittel, Industrieparks und Beschaffungsprogramme aufgesetzt. Kommunen kaufen Roboter für Museen, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude. Das erzeugt eine Nachfrage, die es in dieser Form in Europa nicht gibt, und diese Nachfrage finanziert die Lernkurve der Hersteller.

Dazu kommt privates Kapital. Bis Juli 2026 sind nach Branchenzählungen rund 8,7 Milliarden US-Dollar Wagniskapital in humanoide Robotik geflossen, doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025. Interessanterweise gingen die größten Einzelrunden dabei nicht nach China, sondern an Figure AI, Apptronik und Neura Robotics. Das amerikanische und europäische Kapital ist also da, es setzt nur auf weniger, dafür teurere Pferde.

Der Preiswettbewerb ist brutal

Wenn 400 Modelle um dieselben Kunden konkurrieren, fällt der Preis. Der Unitree G1 startet mittlerweile bei rund 13.500 US-Dollar ab Werk, nach 16.000 Dollar zur Markteinführung, und ist damit der günstigste ernsthaft nutzbare humanoide Roboter der Welt. Ein Figure 03 oder ein Apptronik Apollo bewegt sich in einer völlig anderen Preisklasse, wobei beide auch für andere Aufgaben gebaut sind. Wer wissen will, was die einzelnen Modelle tatsächlich kosten, findet die Übersicht in unserem Beitrag was ein humanoider Roboter kostet.

Dieser Preisdruck hat eine unangenehme Kehrseite für die chinesischen Anbieter selbst: Die Margen sind dünn, und viele der 400 Modelle werden ihre Entwicklungskosten nie einspielen.

Wer die Hersteller sind

An der Spitze hat es im ersten Halbjahr 2026 einen Führungswechsel gegeben, der außerhalb der Branche kaum bemerkt wurde.

AgiBot aus Shanghai ist nach ausgelieferten Stückzahlen neuer Marktführer. Rund 8.400 Einheiten im ersten Halbjahr entsprechen etwa 44 Prozent des Weltmarkts. Ende Juni 2026 lief der 15.000ste Roboter des Unternehmens vom Band, gerechnet über alle Baureihen. Im Juli hat AgiBot ein Börsenverfahren in Hongkong eingeleitet, angestrebt wird eine Bewertung von 40 bis 50 Milliarden Hongkong-Dollar.

Unitree Robotics aus Hangzhou liegt mit rund 5.900 Einheiten und 31 Prozent auf Platz zwei. Das Unternehmen hat 2025 über 5.500 humanoide Roboter ausgeliefert und nennt für 2026 eine Zielmarke in der Größenordnung von 20.000 Stück. Unitree verdankt seine Position vor allem dem Preis: Der G1 kostet ungefähr ein Zehntel dessen, was westliche Wettbewerber verlangen.

Galbot aus Peking folgt mit etwa 900 Einheiten. Das Unternehmen kommt von der Manipulationssoftware her und betreibt zudem eigene, robotergeführte Verkaufsläden.

UBTECH aus Shenzhen ist der Veteran im Feld, als erstes Humanoid-Unternehmen überhaupt an der Börse in Hongkong notiert und stark in der Servicerobotik. Auf der Weltroboterkonferenz zeigte UBTECH den Cruzr S2, einen radgetriebenen Industrie-Humanoiden mit 15 Kilogramm Traglast für Sortier- und Montageaufgaben.

Leju Robotics aus Shenzhen rundet die Top fünf mit rund 600 Einheiten ab und beliefert vor allem Forschung und Bildung.

Daneben stehen mehrere bekannte Namen, die in der Stückzahlwertung noch keine Rolle spielen, technologisch aber wichtig sind. Xiaomi betreibt den CyberOne eher als Technologieträger denn als Volumenprodukt. EngineAI aus Shenzhen ist der Aufsteiger des Jahres, der EngineAI SE01 fiel vor allem durch seinen ungewöhnlich menschlichen Gang ohne die typischen angewinkelten Knie auf. Fourier Intelligence aus Shanghai positioniert den GR-01 im medizinischen Bereich und in der Rehabilitation, ein Nischenansatz, der das Unternehmen von der reinen Preisschlacht abschirmt. Eine vollständige Übersicht aller relevanten Anbieter führen wir auf unserer Seite zu den Herstellern humanoider Roboter.

Der Unitree-Börsengang als Wendepunkt

Am 19. August 2026 ging Unitree Robotics am STAR Market in Shanghai an die Börse, als erster Hersteller humanoider Roboter auf dem chinesischen Festland. Das Unternehmen sammelte 6,1 Milliarden Yuan ein, umgerechnet rund 740 Millionen Euro. Der Kurs schoss am ersten Handelstag um mehrere hundert Prozent nach oben.

Für die Branche ist dieser Börsengang aus zwei Gründen wichtig. Erstens beweist er, dass sich mit humanoiden Robotern Kapital in einer Größenordnung einsammeln lässt, die für den Aufbau echter Massenfertigung reicht. Zweitens zwingt er Unitree zu Transparenz. Ein börsennotiertes Unternehmen muss Umsätze, Margen und Stückzahlen offenlegen, und das gibt der Branche zum ersten Mal geprüfte Zahlen statt Pressemitteilungen. Wir haben die Hintergründe des IPO in einem eigenen Beitrag zum Unitree-Börsengang beschrieben.

Der Kurssprung am ersten Tag sollte allerdings niemanden blenden. Ähnliche Bewertungssprünge hat der STAR Market schon bei Halbleiter- und Batterieunternehmen erlebt, und ein Teil davon war später wieder verschwunden.

Weltroboterkonferenz Peking: was die Maschinen wirklich können

Vom 19. bis 23. August 2026 lief in Peking die elfte Weltroboterkonferenz. Über 300 Aussteller zeigten mehr als 3.000 Produkte. Der Tenor der Berichterstattung war diesmal anders als in den Vorjahren: weniger Tanzchoreografien, mehr Arbeit.

Vorgeführt wurden Roboter, die Pakete sortieren, Mobiltelefone verpacken und Haushaltsaufgaben erledigen. Das Beijing Humanoid Robot Innovation Center präsentierte den Tiangong 3.0 bei einer Anlagen-Inspektionsaufgabe. UBTECH zeigte den Cruzr S2 im Dauerbetrieb. Von den mehr als 3.000 gezeigten Produkten waren über 300 Neuvorstellungen.

Trotzdem gilt weiterhin, was wir schon in unserem Beitrag über humanoide Roboter in der Industrie festgehalten haben: Zwischen einer Messevorführung und einem Roboter, der im Dreischichtbetrieb ohne Aufsicht arbeitet, liegen Welten. Die überzeugendsten Einsatznachweise kommen bislang nicht aus China. Figure hat bei BMW in Spartanburg zehn Monate lang mit zwei Robotern Blechteile für rund 30.000 Fahrzeuge bereitgestellt, an fünf Tagen pro Woche. Agility Robotics bewegt für den Logistikdienstleister GXO bei Atlanta über 100.000 Behälter, im Rahmen des ersten mehrjährigen Mietvertrags für humanoide Roboter überhaupt.

Der amerikanische Gegenschlag

Am 29. Juli 2026 hat die US-Regulierungsbehörde FCC ein Importverbot für neue ausländisch gefertigte humanoide und vierbeinige Roboter verhängt. Begründet wurde der Schritt mit nationaler Sicherheit: Eine Arbeitsgruppe des Weißen Hauses war zu dem Schluss gekommen, dass im Ausland gebaute Roboter ein Cybersicherheitsrisiko für kritische Infrastruktur darstellen können.

Drei Details sind wichtig, weil sie in vielen Meldungen untergehen:

Das Verbot gilt nur für Modelle, die noch keine FCC-Zulassung für den amerikanischen Markt haben. Bereits zugelassene Geräte dürfen weiter eingeführt und verkauft werden. Es ist also kein rückwirkender Bann, sondern eine Sperre für Neuzulassungen.

Es betrifft auch die vierbeinigen Roboterhunde, mit denen Unitree einen guten Teil seines Umsatzes macht. Der wirtschaftliche Schaden für das Unternehmen dürfte dort größer sein als bei den Humanoiden.

Und es ist Handelspolitik, kein Technologieurteil. Der Zeitpunkt liegt kurz vor einem für September geplanten Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump.

Für den deutschen Markt hat die Maßnahme unmittelbar keine Folgen. In der EU existiert bislang kein vergleichbares Importverbot. Chinesische Modelle sind hier regulär über Händler beziehbar, was wir in unserem Kaufratgeber für humanoide Roboter im Einzelnen aufführen. Mittelbar könnte die amerikanische Entscheidung aber Wirkung entfalten: Wenn ein europäischer Betreiber kritischer Infrastruktur überlegt, ob er einen chinesischen Roboter ins Werk stellt, wird er die amerikanische Risikobewertung zumindest zur Kenntnis nehmen.

Was das für Europa und Deutschland bedeutet

Die europäische Lage ist zwiespältig, und beide Seiten davon sind real.

Die schlechte Nachricht ist die Abhängigkeit. Wenn 97 Prozent der weltweit ausgelieferten Humanoiden aus einem einzigen Land kommen und dieses Land dieselben Roboter als strategische Industrie führt, entsteht eine Abhängigkeit vergleichbar mit der bei Solarmodulen und Batteriezellen. Europa hat diesen Film schon zweimal gesehen und beide Male verloren.

Die gute Nachricht liegt eine Ebene tiefer, bei den Bauteilen. Präzisionsgetriebe, Kugelgewindetriebe, Lager und Sensorik sind eine europäische Kernkompetenz, und der chinesische Boom kauft diese Teile ein. Schaeffler aus Herzogenaurach positioniert sich ausdrücklich als Zulieferer der neuen Robotikindustrie und arbeitet dabei eng mit Neura Robotics aus Metzingen zusammen, dem einzigen deutschen Hersteller, der im internationalen Wettbewerb ernsthaft mitspielt. Wie Neura dorthin gekommen ist, haben wir in einem Porträt des Unternehmens beschrieben.

Auf der Anwenderseite bewegt sich ebenfalls etwas. BMW hat den Pilotversuch mit Figure in Spartanburg abgeschlossen und erprobt im Werk Leipzig inzwischen den AEON des Sensorikkonzerns Hexagon, flankiert von einem eigenen Kompetenzzentrum für Physical AI in der Produktion. Mercedes-Benz testet den Apollo von Apptronik in Berlin-Marienfelde und im ungarischen Kecskemét. Deutsche Industrieunternehmen sind bei der Erprobung also durchaus vorn dabei, nur eben überwiegend mit fremden Robotern.

Wo Chinas Vorsprung endet

Bei aller Dominanz in den Stückzahlen gibt es drei Felder, in denen der Abstand kleiner ist, als die 97 Prozent nahelegen.

Das erste ist die Software. Ein Roboter, der laufen kann, ist noch lange kein Roboter, der arbeiten kann. Die Modelle, die aus Kameradaten selbstständig Handlungen ableiten, kommen bislang überwiegend aus amerikanischen Laboren. Wie diese Schichten zusammenspielen, erklären wir in unserem Beitrag darüber, wie humanoide Roboter funktionieren.

Das zweite sind die Halbleiter. Die leistungsfähigsten KI-Chips für Robotik kommen von Nvidia, und der Zugang chinesischer Hersteller dazu ist durch amerikanische Exportkontrollen eingeschränkt. Chinesische Alternativen existieren, sind aber noch nicht auf demselben Niveau.

Das dritte sind die belastbaren Einsatznachweise. Wer heute nachweisen will, dass ein Humanoide über Monate produktiv in einem Werk arbeitet, verweist auf Figure bei BMW oder auf Agility bei GXO. Chinesische Hersteller melden große Zahlen, aber vergleichsweise wenige unabhängig geprüfte Dauereinsätze.

Ausblick: 2027 wird das Jahr der Konsolidierung

Drei Entwicklungen zeichnen sich für die kommenden zwölf Monate ab.

Erstens wird die Zahl der chinesischen Anbieter sinken. Ein Markt mit über 400 Modellen und dünnen Margen bereinigt sich, sobald das Wagniskapital wählerischer wird. Der vollzogene Börsengang von Unitree und das bereits eingeleitete Hongkonger Verfahren von AgiBot beschleunigen das, weil sie erstmals geprüfte Zahlen als Vergleichsmaßstab liefern.

Zweitens wird sich der Wettbewerb von der Hardware zur Software verlagern. Wenn ein brauchbarer Roboterkörper gut 13.000 Dollar kostet und jeder ihn kaufen kann, entscheidet nicht mehr die Mechanik, sondern was die Maschine damit anfängt.

Drittens wird die Handelspolitik wichtiger. Das amerikanische Importverbot war der erste Schritt, und die europäische Diskussion über technologische Souveränität in der Robotik hat gerade erst begonnen.

Für Käufer in Deutschland heißt das kurzfristig: Die Auswahl an bezahlbaren Modellen wächst weiter, und sie kommt bis auf wenige Ausnahmen aus China. Wer die Modelle nebeneinander sehen will, findet sie in unserem Vergleich humanoider Roboter.

Häufige Fragen

Wie viele humanoide Roboter kommen aus China?+

Nach Marktdaten für das erste Halbjahr 2026 entfallen rund 97 Prozent aller weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter auf chinesische Hersteller. Die sechs größten Anbieter nach Stückzahl sitzen alle in China.

Warum sind chinesische humanoide Roboter so günstig?+

China fertigt fast alle Schlüsselkomponenten im eigenen Land: Aktuatoren, Getriebe, Sensoren, Akkus und Motoren. Dazu kommen staatlich geförderte Industrieparks, hohe Stückzahlen und ein harter Preiswettbewerb zwischen über 400 Modellen. Ein Unitree G1 startet dadurch bei rund 13.500 US-Dollar ab Werk, während westliche Modelle im sechsstelligen Bereich liegen.

Darf man chinesische humanoide Roboter in Deutschland kaufen?+

Ja. Das im Juli 2026 verhängte Importverbot betrifft nur die USA und dort auch nur Modelle, die noch keine FCC-Zulassung haben. In der EU gibt es bislang kein vergleichbares Verbot, chinesische Modelle wie der Unitree G1 sind über Händler regulär erhältlich.

Welcher chinesische Hersteller ist Marktführer?+

Nach ausgelieferten Stückzahlen liegt im ersten Halbjahr 2026 AgiBot aus Shanghai vorn, mit rund 8.400 Einheiten und etwa 44 Prozent Weltmarktanteil. Auf Platz zwei folgt Unitree Robotics mit rund 5.900 Einheiten, danach Galbot, UBTECH und Leju.

Hat Europa im Markt für humanoide Roboter noch eine Chance?+

Bei den fertigen Robotern ist der Rückstand groß, bei den Bauteilen nicht. Europäische Zulieferer wie Schaeffler oder Ewellix haben in Getrieben, Gewindetrieben und Lagern echte Stärken, und mit Neura Robotics steht ein deutscher Hersteller im internationalen Wettbewerb.