03. September 2026
Wie lange hält ein humanoider Roboter durch? Akku, Laufzeit und Ladezeit
Humanoider Roboter Akku und Laufzeit 2026: Vier Stunden sind der Standard. Warum Zweibeiner so viel Strom brauchen, welche Modelle den Akku wechseln und was das im Schichtbetrieb bedeutet.
Bild: KI-Illustration (Higgsfield), erstellt für humanoid-portal.de · KI-generiert, keine reale Fotografie
Vier Stunden. Das ist die Zahl, auf die sich die Branche 2026 stillschweigend geeinigt hat. Agility Digit, Boston Dynamics Atlas und Apptronik Apollo geben sie übereinstimmend an, der 1X NEO ebenfalls. Wer verstehen will, warum humanoide Roboter noch nicht überall arbeiten, wo man sie sich vorstellen könnte, findet in dieser Zahl mehr Erklärung als in jeder KI-Debatte.
Im Beitrag vom Montag über humanoide Roboter im Haushalt stand die Laufzeit nur am Rand: 842 Wattstunden im NEO, vier Stunden, rund 114 Euro Strom im Jahr. Diese Woche drehen wir die Perspektive und schauen genau dorthin. Denn der Akku ist bei einem zweibeinigen Roboter nicht ein Bauteil unter vielen, sondern die Grenze, an der sich entscheidet, ob sich das Gerät wirtschaftlich rechnet.
Die Zahlen: Was die Hersteller angeben
| Modell | Akku | Laufzeit | Laden |
|---|---|---|---|
| Figure 03 | 2,3 kWh | 5 h bei voller Leistungsfähigkeit | 2 kW Schnellladung, zusätzlich induktiv über die Füße |
| Agility Digit | aktuelle Generation nicht veröffentlicht, Digit v2: 1,2 kWh | bis zu 4 h | dockt selbstständig an die Ladestation an |
| Apptronik Apollo | nicht veröffentlicht | 4 h je Akkupack | Hot-Swap-Packs, alternativ Dauerkabel |
| Boston Dynamics Atlas | nicht veröffentlicht | 4 h | autonomer Akkuwechsel in unter 3 Minuten, Ladesystem 110 oder 220 V |
| 1X NEO | 842 Wh | 4 h | 6 Minuten je Stunde Laufzeit, steckt sich selbst ein |
| Unitree G1 | 9.000 mAh, 13S, rund 420 bis 490 Wh (eigene Umrechnung) | etwa 2 h | Ladegerät 54 V / 5 A, Akku werkzeuglos wechselbar |
| Unitree H1 | 15 Ah, 0,864 kWh | nicht veröffentlicht | nicht veröffentlicht |
| Tesla Optimus | 2,3 kWh (AI Day 2022, für Gen 2 nie bestätigt) | Herstellerclaim 2022: ein ganzer Arbeitstag | nicht veröffentlicht |
| UBTECH Walker S2 | nicht veröffentlicht | nicht veröffentlicht | autonomer Akkuwechsel in unter 3 Minuten |
| Neura 4NE-1 | nicht veröffentlicht | nicht veröffentlicht | nicht veröffentlicht |
Die erste Erkenntnis steht in der Spalte, die halb leer ist. Keiner von Agility, Apptronik, Boston Dynamics, Neura, UBTECH, Fourier, XPeng und Tesla nennt für seine aktuellen Modelle eine Akkukapazität in Wattstunden. Eine Laufzeit geben immerhin Agility, Apptronik und Boston Dynamics an, eine Ladezeit nur Figure und 1X. Wer Angebote vergleicht, vergleicht also Angaben unterschiedlicher Tiefe, und das ist kein Zufall.
Die zweite Erkenntnis betrifft Tesla. Auf dem AI Day 2022 stellte das Unternehmen 2,3 Kilowattstunden vor und sprach von einem vollen Arbeitstag. TrendForce veranschlagt für dasselbe Pack bei dynamischer Bewegung rund zwei Stunden. Der Anspruch hat sich nicht bestätigt, und für Gen 3 gibt es überhaupt kein offizielles Datenblatt. Alle kursierenden Werte stammen aus Sekundärquellen ohne Beleg.
Als Branchenmaßstab gilt, was Marktbeobachter übereinstimmend nennen: zwei bis vier Stunden Laufzeit bei Packs unter zwei Kilowattstunden. Ein wachsendes Segment über 2,5 Kilowattstunden zielt auf die Acht-Stunden-Schicht, hat sie aber noch nicht erreicht.
Warum ein Zweibeiner so viel Strom braucht
Der Vergleich, der alles erklärt, ist der mit dem Rad. Ein rollender Roboter verbraucht im Stillstand null Antriebsenergie. Ein laufender Roboter nicht.
Der Grund liegt in der Bauart der Gelenke. Sie sind stark untersetzt und damit kaum rückwärts antreibbar, in der Fachsprache: barely backdrivable. Das ist beim Heben schwerer Lasten erwünscht, hat aber eine Kehrseite. Der Motor muss das Eigengewicht des Roboters dauerhaft elektrisch halten. Beim Menschen erledigen Knochen, Bänder und Sehnen diesen Anteil praktisch verlustfrei, ein Mensch verbraucht im Stehen kaum mehr als im Sitzen.
Eine Übersichtsarbeit in Frontiers in Robotics and AI von 2018 hat das für den Forschungsroboter Walk-Man aufgeschlüsselt:
| Zustand | Leistungsaufnahme |
|---|---|
| Stehen | rund 420 W |
| Langsam gehen mit 20 cm/s | 510 bis 755 W |
| davon Aktuatorik | 368 W |
| davon Elektronik gesamt | 387 W |
| Wahrnehmung und Sensorik | 45 W |
| Rechnen | 62 W |
| Motortreiber | 280 W |
Zwei Merksätze folgen daraus. Erstens: Stehen kostet je nach Gangart 56 bis 82 Prozent dessen, was Gehen kostet, im günstigsten Fall also fast ebenso viel. Ein Roboter, der auf den nächsten Auftrag wartet, verbraucht fast so viel wie einer, der arbeitet. Zweitens: Die Elektronik zieht ungefähr so viel wie die Beine. Wer Rechenleistung an Bord verdoppelt, zahlt das in Laufzeit.
Dazu kommen die Getriebeverluste. Ein Motor allein erreicht etwa 80 Prozent Wirkungsgrad bei einer Leistungsdichte von 0,5 Watt je Gramm. Mit Getriebe fällt der Wirkungsgrad auf rund 40 Prozent und die Leistungsdichte auf 0,17 Watt je Gramm. Mehr als die Hälfte der Energie geht also verloren, bevor überhaupt eine Bewegung entsteht.
Wie ineffizient das im Vergleich ist, zeigt der spezifische Widerstand, auch Cost of Transport genannt, also das Verhältnis von Leistung zu Gewicht mal Geschwindigkeit:
| System | Wert |
|---|---|
| Mensch und Pferd | 0,2 |
| Honda ASIMO | 2,0, also rund zehnfacher Aufwand |
| Walk-Man | 2,8, also rund vierzehnfacher Aufwand |
| Big Dog, hydraulisch | 15, bei nur 30 Minuten Autonomie aus dem Kraftstofftank |
Und schließlich die Spirale, die das Problem hartnäckig macht: Mehr Akku heißt mehr Masse, mehr Masse heißt mehr Haltemoment und mehr Beschleunigungsarbeit, also höherer Verbrauch. Ein größerer Akku bringt deshalb weniger zusätzliche Laufzeit, als seine Kapazität vermuten lässt. Genau deshalb bietet Neura seinen 4NE-1 auch in einer Variante auf Rädern für Industrieböden an, und deshalb koppeln UBTECH und Agility ihre Humanoiden mit fahrenden Plattformen.
Zwei Lösungswege: wechseln oder ständig nachladen
Die Branche hat sich in zwei Lager sortiert, und die Entscheidung sagt viel über den geplanten Einsatzzweck aus.
Weg eins, der Akkuwechsel. Der UBTECH Walker S2 war Mitte 2025 der erste Humanoide mit dokumentiertem vollautonomem Wechsel: Das Gerät erkennt den niedrigen Ladestand, geht zur Station und tauscht das Pack selbst, nach Herstellerangabe in unter drei Minuten. Dazu kommt ein Dual-Battery-System mit dynamischem Balancing. Seit Januar 2026 dokumentiert Boston Dynamics dasselbe für Atlas, ebenfalls unter drei Minuten und ebenfalls ohne menschliches Zutun. Es sind also zwei Modelle, nicht eines. Apptronik Apollo hat ebenfalls wechselbare Packs, nennt aber keine Wechseldauer, hier keine Zahl anzunehmen ist wichtiger als eine schöne Tabelle. Unitree G1 und Fourier GR-2 haben werkzeuglos abnehmbare Akkus, was für Entwickler praktisch und für den Dauerbetrieb wenig relevant ist.
Weg zwei, das ständige Zwischenladen. Figure 03 verzichtet auf den Wechsel und legt Ladespulen in die Füße. Der Roboter tritt auf eine Ladematte und zieht dort zwei Kilowatt, gleichzeitig lädt er im selben Vorgang Daten hoch. Das kabelgebundene Schnellladen mit aktiver Kühlung leistet ebenfalls zwei Kilowatt. Agility Digit dockt selbstständig an eine Ladestation an, der 1X NEO steckt sich selbst ein und braucht sechs Minuten je Stunde Laufzeit, was rechnerisch rund 24 Minuten für eine volle Ladung bedeutet.
Zwei Kilowatt ist damit die höchste Ladeleistung, die ein Hersteller bislang überhaupt beziffert, das entspricht bei 2,3 Kilowattstunden etwa 0,87 C. Ein Rekord ist das nicht zwingend, denn die meisten Wettbewerber veröffentlichen gar keinen Wert. Zellseitig ginge deutlich mehr: Der Zellhersteller Grepow gibt für Roboterzellen fünffache Laderaten an. Der Flaschenhals ist also nicht die Zelle, sondern die Wärmeabfuhr und die Sicherheitsauslegung des Packs im Roboter.
Was das im Schichtbetrieb bedeutet
Hier wird die Laufzeit zur betriebswirtschaftlichen Größe. Die folgenden Werte sind Überschlagsrechnungen auf Basis der Herstellerangaben, keine Herstellerzusagen.
| Szenario | Konsequenz |
|---|---|
| Achtstundenschicht, Roboter mit 4 h Laufzeit | mindestens ein Lade- oder Wechselvorgang je Schicht |
| Wechselstrategie | zwei Packs plus Ladegerät als Minimum, praxisnah drei Packs für Rotation und Alterungsreserve |
| Ladestrategie, Ladezeit etwa gleich Laufzeit | Auslastung rund 50 Prozent, also zwei Roboter je dauerhaft besetzter Station |
| Figure 03, 5 h Laufzeit bei 2 kW Ladung | volle Ladung rechnerisch gut eine Stunde, mit abflachender Ladekurve eher 1,3 bis 1,5 h, Auslastung rund 80 Prozent |
| 1X NEO, 6 Minuten je Betriebsstunde | Auslastung rund 90 Prozent, allerdings bei nur etwa 210 Watt Last |
| Dreischichtbetrieb mit autonomem Wechsel | theoretisch rund 98 bis 99 Prozent, öffentlich nicht unabhängig bestätigt |
Belastbare Betriebsdaten aus der Praxis gibt es weltweit von genau einem Anwender. BMW hat für den rund zehnmonatigen Einsatz eines Figure 02 im Werk Spartanburg Zahlen genannt, Figure selbst zählt elf Monate inklusive Anlieferung und Test: rund 1.250 Betriebsstunden, über 90.000 bewegte Bauteile, etwa 1,2 Millionen Schritte, in Zehnstundenschichten von Montag bis Freitag. Rechnet man die möglichen Schichtstunden dagegen, ergibt sich je nach angesetzter Einsatzdauer eine Auslastung von 52 bis 58 Prozent. Was davon auf Laden, Wartung, Umrüstung oder Testpausen entfiel, hat BMW nicht aufgeschlüsselt, die Zahl ist also kein reiner Ladeindikator. Bezeichnend ist trotzdem, was BMW für den Nachfolgeeinsatz mit Figure 03 ausdrücklich hervorhebt: drahtloses Laden für höhere Verfügbarkeit. Das legt nahe, dass die Ladeverfügbarkeit ein erkannter Engpass war.
GXO mit Agility Digit und Mercedes-Benz mit Apptronik Apollo haben, soweit öffentlich auffindbar, weder Betriebsstunden noch Verfügbarkeit oder Ladezyklen veröffentlicht. Das ist bemerkenswert für Projekte, die seit 2024 beziehungsweise 2025 laufen.
Der Strom ist nicht das Problem
Eine Rechnung, die viele Diskussionen beendet. Der BDEW nennt für 2026 einen Industriestrompreis von 17,2 Cent je Kilowattstunde für kleine und mittlere Betriebe und 37,0 Cent für Haushalte.
| Fall | Durchschnittslast | Kosten je Stunde, Industrie | Kosten je Stunde, Haushalt |
|---|---|---|---|
| 1X NEO im Haushalt | 210 W | 3,6 ct | 7,8 ct |
| Unitree G1 | rund 210 bis 245 W | 3,6 bis 4,2 ct | 7,8 bis 9,1 ct |
| Figure 03 | rund 460 W | 7,9 ct | 17,0 ct |
| Industriehumanoid, generisch | 1.000 W | 17,2 ct | 37,0 ct |
Dem gegenüber steht die zentrale Vergleichsgröße: Eine Arbeitsstunde kostete deutsche Arbeitgeber 2025 im Durchschnitt 45,00 Euro, im Verarbeitenden Gewerbe 49,50 Euro. Der Strom für einen Roboter mit einem Kilowatt Last entspricht damit etwa 0,4 Prozent einer Arbeitsstunde, ein Verhältnis von rund eins zu zweihundertsechzig.
Wer also über Akkulaufzeit spricht, spricht nicht über Energiekosten. Er spricht über Verfügbarkeit, Anlagenauslastung und die Zahl der Geräte, die man für eine besetzte Station braucht. Genau dort liegen die Kosten: Anschaffung, Ersatzpacks, Ladeinfrastruktur, Integration und Betreuung.
Was Käufer in Deutschland zusätzlich beachten müssen
Ein Punkt, der in Kaufberatungen fast nie auftaucht und im Betrieb sofort relevant wird.
Jeder Lithium-Akku muss die acht Prüfungen nach UN 38.3 durchlaufen haben, von der Höhensimulation über den externen Kurzschluss bis zur erzwungenen Tiefentladung. Seit dem 1. Januar 2020 müssen Hersteller und Vertreiber jedem Glied der Lieferkette eine ausführliche Prüfzusammenfassung bereitstellen, ein Hinweis im Sicherheitsdatenblatt genügt nicht. Ohne dieses Dokument können Speditionen den Transport ablehnen. Ein Humanoid mit zwei bis drei Kilowattstunden reist als Gefahrgut der Klasse 9 unter UN 3481, Ersatzakkus separat unter UN 3480.
Belegt zertifiziert ist bisher wenig. Figure gibt an, der F.03-Akku sei der erste Humanoiden-Akku, der sich für UN 38.3 und UL 2271 im Zertifizierungsverfahren befinde, mit Flammensperre, zellinternen Sicherungen und Schutzebenen auf BMS-, Zell-, Interconnect- und Packebene. Erteilt ist damit noch keine der beiden Zertifizierungen. Für Tesla, Boston Dynamics, Neura, UBTECH, Unitree und Fourier ist öffentlich gar keine Batteriezertifizierung einsehbar. Da UN 38.3 Voraussetzung für jeden Transport ist, dürften die Prüfungen vorliegen, nachweisen lässt sich das aber nur über die Prüfzusammenfassung. Fordern Sie sie vor dem Kauf an.
Und wer auf Wechselakkus setzt, lagert automatisch mehrere Kilowattstunden Lithium. Nach VdS 3103 fällt jeder Humanoiden-Akku mindestens in die Kategorie mittlere Leistung, was brandschutztechnische Abtrennung oder mindestens fünf Meter Abstand zu brennbaren Materialien verlangt. Die DGUV Information 205-041 nennt keine feste Stückzahl, verlangt für größere Mengen oder leistungsstarke Akkus aber entweder einen Freistreifen von 2,5 Metern zu anderen brennbaren Gütern oder einen brandschutztechnisch abgetrennten Bereich, etwa einen Sicherheitsschrank. Als Lagerladezustand empfiehlt sie 40 bis 60 Prozent. Der Hot-Swap-Vorteil erkauft sich also mit einem Lagerthema, das die reine Ladestrategie nicht hat.
Kommt die Rettung aus der Zellchemie?
Kurz gesagt: nicht so bald. Marktführend sind heute High-Nickel-Zellen der NMC- und NCA-Familie mit 250 bis 300 Wattstunden je Kilogramm. LFP spielt vor allem bei langsameren Servicerobotern eine Rolle: Mit 160 bis 200 Wattstunden je Kilogramm liegt die Energiedichte rund 40 Prozent darunter, dafür sind Zyklenfestigkeit und thermische Stabilität deutlich besser.
Der belegte Fortschritt kommt bisher nicht aus neuer Chemie, sondern aus Packintegration. Der überzeugendste Einzelbeleg stammt von Figure: 94 Prozent mehr Energiedichte von F.01 zu F.03, allerdings ohne genannte Ausgangsbasis und ohne Angabe, ob Zell- oder Packebene gemeint ist. Auf Zellebene bewirbt der Zulieferer Grepow eine einzelne Hochenergiezelle mit 356 Wattstunden je Kilogramm und Semi-Solid-Linien mit bis zu 380 und 450. Die auf seiner Humanoiden-Seite tatsächlich gelisteten Zellen erreichen 290 bis 320. Das sind Herstellerangaben, und Zelldichte ist nicht Packdichte.
XPeng hat für den IRON einen Feststoffakku mit über 500 Wattstunden je Kilogramm angekündigt. Spätere Berichte deuten für die Serie eher auf eine Semi-Solid-Lösung hin, hier ist die Faktenlage offen. TrendForce erwartet, dass die Feststoff-Nachfrage durch Humanoide erst bis 2035 auf 74 Gigawattstunden steigt, mehr als das Tausendfache des Volumens von 2026. Anders gesagt: Heute ist es praktisch null. Der genannte Zielkorridor der Branche liegt bei fünf bis acht Stunden Laufzeit.
Bain schätzt, der Achtstundenbetrieb liege ohne einen Durchbruch bei der Energiedichte noch rund ein Jahrzehnt entfernt.
Fazit
Vier Stunden Laufzeit, gut eine Stunde Ladung, oder drei Minuten Akkuwechsel bei bisher zwei Modellen. Das ist der Stand 2026, und er entscheidet mehr über den praktischen Nutzen eines humanoiden Roboters als jede Angabe zur Traglast.
Für Käufer folgen daraus drei Fragen, die in jede Anfrage gehören. Erstens: Wie viele Geräte brauche ich für eine dauerhaft besetzte Station, wenn ich Ihre Laufzeit- und Ladeangaben ernst nehme? Zweitens: Liegt die Prüfzusammenfassung nach UN 38.3 vor, und was kostet ein Ersatzpack? Drittens: Was passiert mit der Laufzeit, wenn das Gerät Lasten trägt statt nur zu stehen, denn dafür veröffentlicht bisher kein Hersteller Messwerte.
Wer die Modelle nebeneinander sehen will, findet die Übersicht in unserer Vergleichstabelle. Und wer sich fragt, ob das Gerät überhaupt in den eigenen Haushalt gehört, findet die Antwort im Beitrag vom Montag.
Häufige Fragen
Wie lange hält der Akku eines humanoiden Roboters?+
Vier Stunden sind 2026 der Industriestandard. Agility Digit, Boston Dynamics Atlas und Apptronik Apollo geben übereinstimmend vier Stunden an, der 1X NEO ebenfalls. Figure 03 liegt mit fünf Stunden bei voller Leistungsfähigkeit an der Spitze der veröffentlichten Werte, der Unitree G1 mit rund zwei Stunden am unteren Ende. Marktanalysen nennen als Branchenspanne zwei bis vier Stunden bei Akkus unter zwei Kilowattstunden.
Warum brauchen zweibeinige Roboter so viel Strom?+
Weil Stehen bei ihnen fast so teuer ist wie Gehen. Die stark untersetzten Gelenke lassen sich kaum rückwärts antreiben, also muss der Motor das Gewicht dauerhaft elektrisch halten, während beim Menschen Knochen und Bänder diese Last nahezu verlustfrei tragen. Beim Forschungsroboter Walk-Man wurden im Stand rund 420 Watt gemessen, beim langsamen Gehen 510 bis 755 Watt. Dazu kommen Getriebeverluste: Ein Motor allein erreicht etwa 80 Prozent Wirkungsgrad, mit Getriebe nur noch rund 40.
Welche humanoiden Roboter können den Akku im Betrieb wechseln?+
Zwei Modelle können das dokumentiert vollautonom: der UBTECH Walker S2 seit Mitte 2025 und Boston Dynamics Atlas seit Januar 2026, beide nach Herstellerangabe in unter drei Minuten. Apptronik Apollo hat wechselbare Packs, nennt aber keine Wechseldauer. Unitree G1 und Fourier GR-2 haben werkzeuglos abnehmbare Akkus. Figure 03 und 1X NEO verzichten bewusst darauf und setzen stattdessen auf schnelles Zwischenladen.
Was kostet der Strom für einen humanoiden Roboter pro Stunde?+
Fast nichts. Bei einem Industriestrompreis von 17,2 Cent je Kilowattstunde kostet ein Roboter mit einem Kilowatt Durchschnittslast rund 17 Cent Strom pro Betriebsstunde, ein Figure 03 mit etwa 460 Watt rund acht Cent. Dem stehen in Deutschland durchschnittliche Arbeitskosten von 45,00 Euro je Arbeitsstunde gegenüber. Das Akkuthema ist also ein Verfügbarkeitsproblem, kein Energiekostenproblem.
Gibt es 2026 schon Feststoffakkus in humanoiden Robotern?+
Angekündigt ja, in Serie nein. XPeng hat für den IRON einen Feststoffakku mit über 500 Wattstunden je Kilogramm angekündigt, spätere Berichte deuten für die Serie eher auf eine Semi-Solid-Lösung. Der belegte Fortschritt kommt bisher aus Packintegration und High-Nickel-Zellen: Figure steigerte die Energiedichte von F.01 auf F.03 um 94 Prozent. TrendForce erwartet nennenswerte Feststoff-Nachfrage durch Humanoide erst um 2035.
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